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Am beliebtesten ist die Rose

Von Christine Zeiner

Wirtschaft

Händler freuen sich über Zusatzgeschäft zu Valentin. | Blumenpreise höher als sonst. | Wien. "Blumen wurden zum Valentinstag immer verschenkt", sagt Roman Seeliger. Aber ja, natürlich, freuten sich mittlerweile nicht nur ausschließlich Blumenhändler über das Zusatzgeschäft, ergänzt der stellvertretende Geschäftsführer der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer.


"Früher, nach dem Weltkrieg, hat man halt wenig Geld gehabt: Da gab es eine Rose. Heute wird Schmuck gekauft, werden Bücher geschenkt und Einladungen zum Essen, da freut sich dann die Gastronomie." Zu bestimmten Anlässen nur bestimmte Dinge zu verschenken, davon würde immer mehr abgekommen.

73 Millionen Euro sollen in Österreich heuer anlässlich des Valentinstages ausgegeben werden, heißt es in einer Studie des Umfrageinstituts "Markant". Das meiste Geld werde nach wie vor in den Kauf von Blumen gehen: Die beliebteste davon ist die Rose.

Sie stammt - wie viele andere Schnittblumen im Winter - oft von südamerikanischen und afrikanischen Farmen. Diese Blumen finden ihren Weg nach Europa meist über Holland. Dort werden sie versteigert: "Täglich wechseln hier 7500 Karren Schnittblumen und 3500 Karren Topfpflanzen den Besitzer", sagt Arnold Hordijk. Er ist Finanzvorstand von FloraHolland in Naaldwijk bei Rotterdam, Weltmarktführer bei Blumenversteigerungen mit einem Umsatz von 2 Milliarden Euro pro Jahr.

Preise schießen um 60 Prozent nach oben

"An unseren zehn Versteigerungsuhren gibt es im Schnitt alle drei Sekunden eine Transaktion." Der Valentinstag lässt die Preise steigen: das Spiel von Angebot und Nachfrage. Um bis zu 60 Prozent kosten die Pflanzen mehr als üblich. Wenige Stunden nach der Versteigerung sind die Blumen unterwegs zum Verbraucher. "Russland ist ein ganz stark wachsender Markt", sagt Hordijk. Ein Viertel der Blumen geht nach Deutschland, auch österreichische Floristen sind auf die Auktionsware angewiesen.

Bei immer mehr Blumen könnte mittlerweile genau zurückverfolgt werden, woher sie stammen, sagt Großhändler Steffek: "Bei so genannten zertifizierte Blumen kennen wir die Farmen, die auch kontrolliert werden." Überprüft wird, ob die Pflanzen "umweltgerecht und sozialverträglich" hergestellt werden: Meist sind es Frauen, die sich um die Aufzucht kümmern - und sehr oft tun sie das ohne Handschuhe und Kleidung, die sie vor den giftigen Spritzmitteln schützen würden. Sie arbeiten meist ohne Kündigungs- und Mutterschutz, Gewerkschaftsfreiheit und ohne ausreichenden Lohn.

Der Handel bietet zertifizierte Blumen an, erkennbar sind sie im Supermarkt durch das "Fairtrade"-Label auf den Rosen und bei den Floristen durch das Siegel "FLP" (Flower Label Programme) oder "FFP" (Fair Flowers, Fair Plants). "Diese Blumen werden immer stärker nachgefragt - auch zum Valentinstag ", heißt es von Labelorganisationen, Supermarktketten und Floristen. Zusatz von Händler Steffek: "Ich bin sicher, dass das Geschäft heuer so gut sein wird wie immer."