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"Am besten endet er wie Hitler im Bunker"

Von Daniel Jahn

Politik

Washington - Nach dem Fall von Kabul ist in den USA die Hoffnung gewachsen, den Staatsfeind Nummer 1 endlich aufzuspüren. Osama Bin Laden habe nun weniger Raum, sich zu verstecken, da sein Netzwerk El Kaida und die Taliban in ein kleineres Gebiet im Süden Afghanistans gedrängt seien, hieß es in Regierungskreisen. Immer dringlicher stellt sich damit auch die Frage, wie mit dem mutmaßlichen Terroristenchef zu verfahren wäre, wenn er gefunden wird.


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US-Präsident George W. Bush unterzeichnete am Dienstag eine Verordnung, die es erlaubt, mutmaßliche ausländische Terroristen durch Militärtribunale beschleunigt abzuurteilen. Doch selbst so wäre nach Meinung mancher Experten das Risiko nicht ausgeschlossen, dass ein Verfahren zum Medienspektakel würde und neue Anschläge provozierte.

US-Generalstabschef Richard Myers hatte bereits vor Wochen klargestellt, dass die US-Soldaten keine Anweisung haben, den El Kaida-Chef zu töten. Allerdings wäre Bin Laden in Haft ein Sicherheitsrisiko.

Der regierungsnahe Experte Ted Galen Carpenter vom Cato-Institut in Washington sähe es deshalb am liebsten, wenn die von Bush kurz nach dem 11. September aufgestellte Alternative "Bin Laden - tot oder lebendig" auf eine Option reduziert würde: "Es wäre besser, ihn tot zu bekommen." Und am besten wäre es laut Carpenter, wenn Bin Laden selbst dafür sorgte, dass er nicht lebendig in die Hände der Amerikaner geriete - also ein Ende "wie Hitler in seinem Bunker".