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Amerika auf der Suche nach starken Partnern

Von Martyna Czarnowska

Politik

Als Charmeoffensive wurde die Europa-Tour von George W. Bush schon im Vorfeld bezeichnet. Doch die Grundsatzrede des US-Präsidenten in Brüssel war schon fast mehr als eine Freundschaftsbekundung. "Keine Macht der Erde wird uns jemals trennen", verkündete er gestern.


Für eine breite Diskussion bietet das Programm kaum Zeit. Allein gestern traf sich US-Präsident George W. Bush in der abgeriegelten belgischen Hauptstadt mit König Albert II., dem belgischen Premier Guy Verhofstadt und NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer bevor er mit dem französischen Präsidenten Jacques Chirac zu Abend aß. Doch in seiner Grundsatzrede machte er deutlich, in wie vielen Bereichen Amerika mit Europa zusammenarbeiten wolle - und damit in wie vielen Bereichen es auch auf Hilfe angewiesen ist.

"Wir werden immer enge Freunde sein", erklärte Bush. Daran könnten auch kurzzeitige Diskussionen oder vorübergehend unterschiedliche Auffassungen nichts ändern. So sei an einen Neuanfang zu denken. "Nun, da die alten Debatten verblassen und die großen Aufgaben klar werden, lasst uns eine neue Ära der transatlantischen Einheit beginnen", plädierte Bush.

Der Kampf gegen den Terrorismus sowie die Schaffung von Demokratie und Freiheit waren auch in der Brüsseler Rede die Leitmotive. Um diesen Zielen näher zu kommen, brauchen die Vereinigten Staaten einen starken Partner, ein starkes Europa. So gab es Lob für die EU für den Aufbau der Demokratie in Afghanistan und die Bemühungen um Stabilität in der Ukraine. Als unmittelbares Ziel bezeichnete Bush eine Konfliktlösung im Nahen Osten: "Wir wollen Frieden zwischen Israel und Palästina zu ihrem Wohl." Ebenso hätten alle Nationen "ein Interesse an einem freien und demokratischen Irak, das den Terror bekämpft, ein Leuchtturm der Freiheit und eine Quelle wahrer Stabilität in der Region werden wird."

Syrien wiederum "muss die Besetzung des Libanon beenden", forderte der US-Präsident. Und der Iran "darf keine Nuklearwaffen entwickeln". Die USA arbeite eng mit Deutschland, Frankreich und Großbritannien zusammen, um dies zu erreichen. Doch die Bemühungen seien in "einem sehr frühen Stadium".