Zum Hauptinhalt springen

An der Spitze ist es nicht immer einsam

Von Martin Sattler

Wirtschaft
Auch Führungskräfte wissen eine helfende Hand zu schätzen. Foto: bilderbox

Wissenstransfer in der Verwaltung. | Gezielte und individuelle Förderung. | Wien. Wer schon einmal in eine Führungsposition gelangt ist, weiß, wie schwierig es besonders am Anfang ist, in die neue Rolle des Chefs hineinzuwachsen: Wie verhalte ich mich gegenüber meinen Untergebenen, welche Ziele muss ich vereinbaren oder wie gehe ich bestimmte Aufgaben an? Während es in der Wirtschaft schon seit langem so genannte Mentoring-Programme zur Unterstützung und Förderung neuer Führungskräfte gibt, fasst dieses Prinzip nun auch in der Bundesverwaltung Fuß.


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 17 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Im Finanzministerium gibt es seit diesem Sommer ein spezielles Unterstützungsprogramm für Führungskräfte. Darin sollen vom Teamleiter im Finanzamt bis zum Abteilungsleiter im Ministerium neu bestellte Mitarbeiter vom ersten Tag an durch erfahrene Kollegen begleitet und unterstützt werden. Ziel ist es, die Arbeit in der Anfangsphase der beruflichen Neuorientierung besser zu koordinieren und gesammelte Erfahrungen zu vermitteln. "Damit wird es für die Neuen leichter, die gesetzten Jahres- und Strategieziele zu erreichen", erklärt Friedrich Stanzel, Leiter der Personalentwicklung im Finanzministerium.

Obwohl es keine Pflicht zum Mentoring gibt, kommt das Konzept bei den Mitarbeitern sehr gut an. "Wir haben genügend Bedienstete, die sich als Mentor zur Verfügung stellen", so Stanzel. Trotz des Mehraufwandes ist für diese vor allem die Möglichkeit, eigene Erfahrungen weiterzugeben, besonders attraktiv.

Coaching für Mentoren

In der Regel steht der neuen Führungskraft (Mentee) ein Mentor rund ein Jahr zur Verfügung. Wie oft sich die beiden zusammensetzen und Probleme besprechen oder Erfahrungen austauschen, ist ihnen selbst überlassen. "Mindestens einmal pro Monat wäre aber sinnvoll", weiß Stanzel. Da es aber nicht ausreicht, bloß über Erfahrungen zu verfügen, werden auch die Mentoren speziell gecoacht. Damit soll eine höchstmögliche Qualität gewährleistet werden.

Auch im Sozialministerium ist man auf die laufenden Mentorprogramme stolz. Im Vordergrund steht hier das Kennenlernen anderer Abteilungen und die Erweiterung des eigenen Kontaktnetzes sowie die Auseinandersetzung mit neuen Ideen einer jüngeren Generation. "Selbst Sozialministerin Ursula Haubner betreut zwei Mentees, mit denen sie sich regelmäßig zusammensetzt", erklärt ihr Pressesprecher Heimo Lepuschitz.

Daneben bietet die Bundesverwaltung ein so genanntes Cross-Mentoring an. Mentor und Mentee kommen dabei aus unterschiedlichen Ministerien. Dies ermöglicht ein Kennenlernen anderer Strategien und Führungsstile und erweitert Netzwerke.