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An einer Ecke trifft Caesar auf Cicero

Von Edwin Baumgartner

Kommentare

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- Da schau, der liebe Caesar! Lange nicht gesehen, geschweige denn gerochen.

- Der alte Hannibal! Wie geht’s?

- Ach, das Leben. . .

- Was sagst du zu diesem extraordinären Geruch hier?

- Ist halt die Ursa . . .

- Die Fesche vom Apotheker?

- Na ja . . . Fünf gute Jahre hat sie noch, dann schleift ihr der Bauch am Boden.

- Wie bist denn du drauf, heute?

- Ach, Cäsar, die Welt ist schlecht. Alles voller Katzenbilder.

- Ich mag Kleopatra.

- Typisch du, kein Sinn für Artenzugehörigkeit.

- Ich bitte dich! Ich hab’ halt Freude am Leben!

- Ich bin ausgebildeter Sklave. Meine größte Freude ist der unbelohnte Dienst. Aber was macht meine Chefin? Sie lobt mich und streichelt mich und gibt mir Crackers.

- Spitze! Mein Chef macht das auch. Und dann erst die Spielstunden! Ich mag ihn!

- Du bist eine Schande für unser Gewerbe, Cäsar. Du bist käuflich!

- Fünf Minuten bellen mit dir, und man wird depressiv!

- Dein Chef kann einem leidtun! Weißt du, was du bist, Cäsar? Du bist kein Blindenhund, du bist eine Katze!

- Und du? Du mit deiner Miesmacherei? Du willst ein Diabetes-Hund sein? Du verhältst dich ja fast . . . fast . . . wie ein Mensch!

Melissa Starling von der University of Sydney ist der Nachweis gelungen, dass es optimistische und pessimistische Hunde gibt. Pessimistische Hunde eignen sich ideal als Hilfshunde.