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An Hör- und Schauplätzen

Von Reinhold Aumaier

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Nicht jede Morgenstund hat automatisch Gold im Mund. Doch hat man seine persönliche Zeitrechnung umgestellt, kriegt man plötzlich Zugang zu neuen Schätzen. Durch konsequentes Frühaufstehen ist mir solcherart die ausführliche "Kultur aktuell" im Rahmen des "Morgenjournals" zugewachsen. Ein Gewinn. Bei gleichbleibendem Hörplatz, Ö1, stieg man dienstags ähnlich beschenkt nach dem Genuss der "Radiogeschichte" aus. Margit Jautz las die berührende und zum Nachsinnen anregende Erzählung "Auf der anderen Seite der Zeit" der Bulgarin Ekaterina Tomova. Inhalt und Darbietung trafen einander auf höchstem Niveau. Diese Form des Zusammenspiels muss auch auf dem kulinarischen Sektor gegeben sein, damit frau gleich unter 4 Hauben kommt. Dieses höchste der Gefühle nennt seit kurzem die Kochkünstlerin Johanna Maier ihr eigen. Mit ihrer Sommelière war sie eine anregende Dreiviertelstunde lang zu Gast in "Von Tag zu Tag".

Kann man sich untertags mit der einen oder anderen Rundfunksendung bestens durchfüttern, wirft man abends gern ein Auge auf seine Lieblingssendungen. Das "Universum" über das Zusammenspiel von Mensch und Tier gehörte dazu. Da die letzten wilden Pferde in der Camargue, dort die zur Jagdwaffe gezähmten Adler. Da der "fruchtbare", liebend gern gestreichelt werden wollende Affe im Ernteeinsatz, dort die Elefantenwäsche - an allen Ecken und Enden will der Dickhäuter ordentlich geschrubbt werden. Lauter köstliche Bilder aus der problematischen Beziehungskiste Mensch & Tier. In ihrer ureigenen Beziehungskiste leben die Mennoniten in Mexiko. "Am Schauplatz" war am Schauplatz. Ein uriges Völkchen - schräg, zeitlos, fast ohne Vergleich.