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An Wiens Börse heißt es "abwarten"

Von Werner Michael Szabó

Wirtschaft

Das Geschehen am Wiener Aktienmarkt war in der dritten Augustwoche von Unsicherheit und einer abwartenden Haltung der Investoren gekennzeichnet. Außerdem wurde der Markt sehr stark vom Auf und Ab des Indexschwergewichts Erste Bank beeinflusst.


Generell scheinen sich die Investoren von Wien zurückgezogen zu haben, was auch in den eher bescheidenen Umsatzvolumina, die um 15% unter dem Jahresdurchschnitt lagen, zum Ausdruck kommt.

Große Unsicherheit herrscht zur Zeit vor der nächsten Nachrichtenwelle wichtiger österreichischer Unternehmen. In der letzten Augustwoche veröffentlichen nicht weniger als neun ATX-Unternehmen und eine Reihe anderer Firmen ihre Halbjahreszahlen. Angesichts dessen ist es auch nicht verwunderlich, daß sich die Anleger in Zurückhaltung üben, um sich für die weitere Strategie einen Überblick zu verschaffen.

International scheinen sich die Rahmenbedingungen schön langsam zu bessern, was auch prompt mit steigenden Aktienkursen honoriert wurde. Sowohl in den USA als auch in Europa haben einige Unternehmensmeldungen die Investoren wieder zu Engagements ermutigt.

Experten meinen auch eine Zunahme der Risikobereitschaft bei den Markteilnehmern erkennen zu können. Vor dem Wochenschluß wurde die Stimmung allerdings durch Kurskorrekturen wieder gedämpft.

Der Wiener Leitindex ATX, der in der Berichtswoche zwischen 1.109,09 und 1.146,61 Punkten schwankte, schloß mit 1.132,86 Zählern um 1,43% unter dem Vorwochenschluß. Der WBI als Indikator für den Gesamtmarkt sank um 1,04% auf 466,73 Punkte. Deutlich stärker nachgegeben haben die im ViDX abgebildeten wachstums- und technologieorientierten Werte mit einem Rückgang um 2,65% auf 677,62 Punkte. Im Vergleich zu den internationalen Börsen zeigte der Wiener Aktienmarkt in der Berichtswoche eine deutlich schlechtere Performance, denn die europäischen Börsen stiegen um bis zu 4%.

Im prime market der Wiener Börse konnten Austrian Airlines - beflügelt von den guten Halbjahreszahlen - bis zu 10% zulegen, gaben aber vor dem Wochenschluss wieder einen Teil der Gewinne ab. Am Ende blieb noch ein Kursgewinn von 5,3%. Analysten gaben zu bedenken, daß das gute Ergebnis durch einmalige Sondereffekte zustande gekommen ist.

Einen positiven Effekt hatten auch die Halbjahreszahlen für den Game Publisher JoWooD, der sich um 3,1% verbessern konnte. Gewinner der Woche war aber Wolford mit einem Kursplus von 8,1%. Freundlich präsentierten sich weiters Mayr-Melnhof (+4,2%), Semperit, Rosenbauer und AvW Invest Stamm (jeweils plus 3%) sowie Brau-Union (+2,8%).

Nach wie vor enttäuscht zeigte sich der Markt von BWT und schickte die Aktie in den Keller (-12,5%). Auch Jenbacher haben nach Veröffentlichung der Halbjahreszahlen um 8,7% nachgegeben. CLC (-7,1%), Head (-3,9%) und BETandWIN.com (-3,1%) notierten nach weiteren Rückgängen nahe ihrer Jahrestiefstkurse.

Erste Bank holten zwar einen Teil ihrer Anfangsverluste auf, lagen aber unter dem Strich noch um 4,3% im Minus. EVN gerieten insbesondere gegen Wochenschluß unter Druck und gaben insgesamt um 5% nach.

Bei den im standard market zu fortlaufenden Kursen notierten Werten stiegen CyberTron um 13,3% bzw. 2 Cent auf 17 Cent. Bauholding Strabag verzeichneten zunächst einen steilen Anstieg bis auf das Jahreshoch von 42 Euro. Nach einer Korrektur auf 38,22 Euro konnte im Wochenabstand immerhin noch ein Plus von 5% gerettet werden.

bauMax lagen nach einem Minus von 4,4% wieder unter der 10-Euro-Marke. Bei den im selben Marktsegment notierten Werten zu Einheitskursen bröckelten vor allem Meinl International (-28,6%) sowie die Stamm- und Vorzugsaktien der UBM Real (minus 10,9% bzw. 19,2%) ab.

Werner M. Szabó ist Redakteur der Zeitschrift bankundbörse