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Andritz mit Rekordauftragsstand weiter auf forciertem Wachstumskurs

Von Helmut Dité

Wirtschaft

Aufträge für fast 3,9 Milliarden in den Büchern - ohne Ilisu. | Rentabilität soll auf 7 Prozent steigen. | Wien. Mit Zuwächsen in allen fünf Geschäftsbereichen - besonders bei Zellstoffanalagen, der Wasserkraft und Anlagen für die Stahlindustrie - hat der Grazer Anlagenbauer Andritz im ersten Halbjahr 2007 den Umsatz um fast 60 Prozent auf mehr als 1,5 Milliarden Euro gesteigert. Der Löwenanteil des Zuwachses kam zwar von der erstmals konsolidierten Akquisition VA Tech-Hydro, Konzernchef Wolfgang Leitner verweist aber auch auf fast 25 Prozent "organisches Wachstum". Angesichts eines Rekordauftragsstandes von fast 3,9 Milliarden Euro sieht Leitner auch für die kommenden Jahre ein jährliches Umsatz-Wachstum zwischen 10 und 15 Prozent - auch durch weitere Übernahmen.


#Ilisu-Projekt planmäßig

Noch gar nicht im Auftragsstand enthalten ist dabei der türkische Großstaudamm Ilisu, wo Andritz für 230 Millionen Euro die Turbinenausstattung des 1,3 Milliarden Euro teuren Projekts liefern soll. Trotz heftiger Bedenken von Menschenrechts- und Umweltorganisationen geht Leitner davon aus, dass der Vertrag noch heuer in Kraft tritt: "Die Gespräche finden planmäßig und konstruktiv statt". Leitner ist überzeugt, dass die Türkei die internationalen Standards einhält. Das Land habe sich gegenüber den internationalen Exportversicherern dazu bekannt, alle Auflagen umzusetzen. Auch nach den türkischen Parlamentswahlen habe sich daran nichts geändert. Schließlich seien die ersten Bauarbeiten bereits im Gang: "Die Türken werden das Projekt mit Sicherheit realisieren".

Unabhängig davon seien die Auftragseingänge bei der im Vorjahr übernommenen VA Tech Hydro auf mehr als 510 Millionen Euro gestiegen und damit "klar über den Erwartungen gelegen", betonte Leitner. Auch die Aufträge des Hydro-Hauptkunden General Electric (GE), die wegen des vorherigen Verkaufs der VA Tech an Siemens kurze Zeit gefährdet waren, seien stabil geblieben und würden sich mittlerweile sogar positiv weiterentwickeln.

Im Gesamtkonzern will Andritz die durch die Hydro-Konsolidierung im ersten Halbjahr von 6,0 auf 5,7 Prozent gesunkene Marge wieder auf das Vorjahresniveau heben. Bis 2008 soll die Rentabilität dann auf 7 Prozent steigen.

Fachkräftemangel

Die Zahl der Mitarbeiter von Andritz ist gegenüber dem Vorjahr - nicht zuletzt durch die VA Tech Hydro - auf knapp 11.000 gestiegen. Jeder fünfte Andritz-Mitarbeiter arbeitet mittlerweile in Brasilien, Indien oder China. In Österreich sitzen etwa 2.700 Mitarbeiter - Tendenz auch hier steigend, obwohl man mittlerweile den Fachkräftemangel "definitiv zu spüren" bekommt, so Leitner.