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Angst vor dem Crash wächst

Von Peter Muzik

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Das musste so kommen: Die Zuversicht, mit der die Österreicher in die Zukunft blicken, sinkt laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Spectra merklich. Während sich im Juni noch 57 Prozent der Befragten optimistisch gezeigt hatten, waren es im Juli nur noch 49 Prozent. Was die Wirtschaft betrifft, sind nur 13 Prozent der Österreicher zuversichtlich - vor einem Jahr waren es 27 Prozent.


Die plötzliche Stimmungstief - seit 1992 war es nie so schlimm - hat ohne Zweifel mit den politischen Turbulenzen der letzten Monate zu tun. Die große Frage, was nach dem 28. September kommen wird, scheint die Bürgerinnen und Bürger sehr zu beschäftigen: Daher ist der Anteil jener, die um ihre Zukunft besorgt sind, innerhalb kürzester Zeit schlagartig gestiegen. Vier von zehn Österreichern sind diesbezüglich pessimistisch eingestellt - im Juni war erst jeder Dritte besorgt.

Selbstverständlich wirken sich die immer trüberen Konjunkturprognosen auf die Stimmung ebenfalls negativ aus: Es ist alarmierend, wenn es heuer beim Exportwachstum einen deutlichen Knick gibt. 2008 wird das Plus nur fünf statt der erwarteten acht Prozent ausmachen. In der momentanen Situation wäre rasches Handeln erforderlich - beispielsweise sollte umgehend das von der Wirtschaftskammer initiierte Exportwachstumsprogramm starten. WKO-Präsident Christoph Leitl fordert von der Regierung, die Internationalisierungs-Offensive mit 25 Millionen Euro für's Jahr 2009 zu unterstützen - vergeblich. Die innenpolitische Lähmung auf Bundesebene führt nämlich dazu, dass die rot-schwarze Koalition nicht einmal derart wichtige Beschlüsse fasst, sondern unverantwortlicher Weise auf den Sankt Nimmerleinstag verschiebt.

Wenn der eindeutige Motor der österreichischen Wachstums ins Stottern gerät, werden die fatalen Folgen nicht lange auf sich warten lassen. Und genau das spüren die Österreicher instinktiv. Die Angst vor einem großen Crash kommt also angesichts der neuesten OECD-Prognose, die zwar den USA einen Aufschwung vorhersagt, aber dem EU-Raum für heuer lediglich ein Plus von mageren 1,3 Prozent, nicht von ungefähr.

geldundmenschen@wienerzeitung.at