Zum Hauptinhalt springen

Angst vor Jobverlust ist groß

Von Veronika Gasser

Politik

Die Wiener lieben Wien: 95 Prozent leben gerne hier. Doch es ist trotzdem nicht alles zum Besten bestellt: Hat doch in den letzten acht Jahren die Armut stark zugenommen. Das ergab eine Großstudie des Instituts für empirische Sozialforschung (IFES) im Auftrag der Stadt Wien. Die Befragung soll als Grundlage für Stadtplanung und -entwicklung dienen.


Sehr zufrieden sind die 8.300 befragten Wiener mit dem Kultur- und Freizeitangebot. Zwei Drittel geben an, einmal im Jahr ins Theater zu gehen oder ein Museum zu besuchen.

Was den Genuss dieser Annehmlichkeiten trübt, ist der Stress und Druck, unter dem viele stehen. Und der hat in den letzten acht Jahren - damals wurde eine ähnliche Studie gemacht - stark zugenommen. Nahezu jeder Wiener, der nicht pragmatisiert ist, hat Angst um seinen Arbeitsplatz. Bemerkenswert ist für die Studienautoren auch, dass die Armut stark zugenommen hat. So hat ein Fünftel der Befragten angegeben, dass es mit dem Geld nur knapp auskommt. Vor allem für Zuwanderer und Alleinverdiener ist die wirtschaftliche Situation schwierig.

60 Prozent sind mit ihrem Wohngebiet zufrieden, diese Frage wurde allerdings 1995 nicht gestellt. Die Autoren orten jedoch eine starke Diskrepanz zwischen den Wohngegenden. Während Stadtteile wie beispielsweise das Grätzel um den Karmelitermarkt an Lebensqualität gewonnen haben, haben andere stark verloren. Nicht überall gibt es eine gute Durchmischung der sozialen Schichten. In den einstigen Arbeiter-Bezirken Fünfhaus oder Brigittenau besteht noch enormer Aufholbedarf. Aber auch in besseren Lagen werden Verbesserungen gefordert.

So wünschen sich die Wiener ein umfangreicheres Radwegenetz, zusätzliche Grünflächen, Wohnstraßen, weniger Abgase und Straßenlärm sowie mehr Lebensmittelgeschäfte nahe der Wohnung. Auf diese Wünsche werde künftig Rücksicht genommen, verspricht Planungsstadtrat Rudolf Schicker.

Sicherheitslage verschlechtert

Weniger positiv hat sich die Sicherheitslage entwickelt. Einbrüche und Diebstähle sind gestiegen. Bereits 40 Prozent haben das Gefühl, dass sich die Sicherheit in Wien in den letzten Jahren verschlechtert hat. Hier müsse das Innenministerium tätig werden, betont Bürgermeister Michael Häupl.