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Ankerbrot nimmt neuen Anlauf

Von Rosa Eder

Wirtschaft

Die unendliche Geschichte von der Sanierung des heimischen Backwarenherstellers Ankerbrot erhält ein neues Kapitel: Mit dem Einstieg der Deutsche-Bank-Tochter DB Capital Partners Europe bei | Ankerbrot-Mehrheitseigentümer Müller Brot sollen die Weichen neu gestellt werden.


In zahlreichen veralteten Ankerbrot-Filialen wird in nächster Zeit zum großen Renovierungsangriff geblasen. "Die DB als Partner im Rücken zu haben, ist beruhigend." Ex-Ankerbrot-Chef Otto Mayer

von Müller Brot · er hatte im vergangenen Juli Peter Skrobarczyk als Vorstandsvorsitzenden abgelöst und machte zu Jahresbeginn Otto Hasmiller und Hasso von Düring Platz · zeigte sich gestern in einer

Pressekonferenz zufrieden, endlich einen finanzstarken Investor für die angeschlagene Großbäckerei gefunden zu haben.

Über die Höhe des geplanten Kapitalzuflusses hielten sich die Ankerbrot-Vorstände bedeckt. Konkret soll DB Capital Partners "zwischen 30% und 35%" an der in Gründung befindlichen deutschen Holding

Müller Brot AG erwerben, die durch die Übernahme der Aktien des ehemaligen Ankerbrot-Chefs Helmut Schuster und der Dr. Schuster Privatstiftung schließlich 89% (nach zuvor 56%) am Ankerbrot-Kapital

halten wird (siehe Grafik). Die restlichen Anteile befinden sich im Streubesitz. "Zum heutigen Zeitpunkt bleiben die Ankerbrot-Vorzugsaktien an der Börse", betonte Mayer.

Angenehme Begleiterscheinung des Deals: Die österreichischen Gläubigerbanken, die Ankerbrot in der Vergangenheit des öfteren das Messer an die Brust gesetzt hatten, sind nun zu einem

Forderungsnachlass in der Größenordnung von 30% bereit.

Mit der Kapital & Wert Vermögensverwaltung AG sei eine Verlängerung der Zeichnungsfrist für die zweite Tranche der atypisch-stillen Beteiligung bis zum 31. März 2000 vereinbart worden. Daraus

erwartet Mayer rund 100 Mill. Schilling. Bisher seien Ankerbrot aus der K&W-Finanzierung rund 180 Mill. Schilling zugeflossen.

An der Gesamtanzahl der derzeitigen 324 Ankerbrot-Filialen werde sich nicht viel ändern. "Der eine oder andere unrentable Standort" werde zwar geschlossen, großteils werde aber nur modernisiert und,

falls nötig, vergrößert. Die Kosten für die Umstrukturierung bezifferte Mayer mit 180 bis 200 Mill. Schilling. Seinen Angaben zufolge ist auch kein Personalabbau geplant. Momentan beschäftigt

Ankerbrot rund 2.800 Mitarbeiter.

Zur Geschäftsentwicklung 1999 wurden keine Angaben gemacht. 1998 hatte die Ankerbrot AG bei Umsätzen von 2,22 Mrd. einen Jahresfehlbetrag von 236 Mill. Schilling ausgewiesen.