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Antworten dringend gesucht

Von Andreas Rauschal

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Fragen, die man sich am Pfingstmontag bei der Lektüre der TV-Zeitschrift oder dem Zappen durch die Kanäle wieder einmal stellen muss - leider: Wollen uns die Fernsehmacher davon überzeugen, dass es draußen in der Natur eigentlich auch recht schön ist und ein Spaziergang sich wieder mal anböte? Oder wie soll man sich dieses Programm sonst erklären?


Mit Gehässigkeit etwa, Misanthropie oder einem gezielten Angriff auf die Würde des Menschen? Besitzen Programmgestalter überhaupt einen Fernseher oder beschäftigen sie sich privat lieber mit konkreter Poesie, modernem Ausdruckstanz, Rex Gildo oder der Pudelzucht? Was darf man sich unter der Sendung "Die beliebtesten Dialekte der Hessen" genau vorstellen? Und warum sollte es den Hessen obliegen, die Güte sprachlichen Lokalkolorits zu bewerten? Ich meine: ausgerechnet den Hessen?? Wird das vollkommen zu Recht unterschätzte Genre der Westernkomödie neue Quotenrekorde erzielen, wenn Penélope Cruz und Salma Hayek es als flotte Bandidas brusttechnisch auffrisieren? Und sind die eigentlich echt? Warum ist der Mann neben Kommissar Rex plötzlich blond, und dürfen wir ihn deshalb als Daniel Craig der Hundeunterhaltung bezeichnen?

Ist es xenophob, wenn Saturn gegen "die Deitschn" stichelt, oder schlichtweg verständlich? Gibt es auch eine schlechte Hornbach-Werbung? Ist der Firma Harreither bewusst, dass ihr nicht nur vergleichsweise in der Schülerliga spielender Werbespot ("Gesundes Heizen und Kühlen") lustiger ist als die 357 Comedians aus dem Privatfernsehen zusammen? Und, bitte schön: Warum kommt das Sandmännchen auf Ki.Ka schon um 18.50 Uhr, wenn ich doch überhaupt noch nicht schlafen will?