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Anwältin als Weihnachtsengel

Von Gerald Schmickl

Wissen

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Kaum eine TV-Serie ist so von Weihnachten durchdrungen wie "Ally McBeal" - und eignet sich daher gerade in diesen Tagen derart vorzüglich als Hors-d'oevre zum Fest. Neben regelrechten "Weihnachts-Specials" (wie etwa an diesem Samstag, 14.30 Uhr in ORF 1) ist das Thema auch in den restlichen Folgen rund um die Anwaltskanzlei ganzjährig präsent.

Schauen Sie einmal, wie oft ein Lichterbaum im Hintergrund der Bostoner Straßen schemenhaft aufleuchtet (praktisch alle "Winter-Folgen" hindurch, manchmal sogar im Sommer). Und eine heimelig-schneekugelhafte Stimmung durchzieht sowieso das gesamte Serienleben der Hauptdarstellerin, die sich aus ihrem nervösen Hin und Her zwischen Kanzlei, Therapeut und diversen Liebhabern gerne ins wohlig Kindhafte zurückfantasiert, wie es nun einmal Weihnachten am pursten verkörpert.

Ally kann daher nichts Schlimmeres passieren, als dass ein ihr Nahestehender nichts von dem Fest hält - wie etwa Freund Larry, was für eine ernste Beziehungskrise sorgt. Oder Anwaltskollege John Cage, der seinen Lebenszweifel mit den Worten ausdrückt, dass ihm sein inneres Weihnachten verloren gegangen sei. Dafür kämpft er in einer Episode aufopfernd um das Recht einer Kleinstadt, den traditionellen Weihnachtsumzug abhalten zu können (den der Bürgermeister verbieten wollte). Dazu trällert Vonda Shepard ihre eingängigen Weihnachtshits (als CD längst ein Verkaufsschlager im Ally-Devotionalienhandel), so dass man schon ordentlich abgehärtet sein muss, um nicht in kindlich-solemner Verzückung dahinzuschmelzen.