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Apfeltasche dazu?

Von Christina Böck

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Gibt man in Google den Suchbegriff "Apfel" ein, ergänzt das automatisierte Programm den Begriff gleich einmal auf "Apfelkuchen". Der zweite Vorschlag ist schon "Apfelstrudel". Erst der dritte bringt kurioserweise den "Apfel" pur ins Spiel. Gefolgt von der Suchmöglichkeit "Apfel Kalorien".

Gut, Letzteres wird wahrscheinlich die unerheblichste Frage sein für all jene Kinder, die heute, Freitag, in Kärnten, Oberösterreich, Steiermark, Salzburg, Tirol und Vorarlberg einen Gratisapfel zu ihrem McDonald’s-Essen geschenkt bekommen. Weil ganz ehrlich: eh schon wurscht.

Andererseits kann man bei österreichischen Kindern zumindest noch davon ausgehen, dass sie wenigstens wissen, wie ein Apfel aussieht. Geht man von Erfahrungswerten, die am Flughafen von San Diego gesammelt wurden, aus, ist das in den USA schon anders. Dort lagen nämlich bei einer mindestens so bekannten Kaffeehauskette in einem pittoresken Körbchen runde Objekte, die mit einem aufschlussreichen Sticker versehen waren, auf dem geschrieben stand: "Apple".

Vielleicht hätte es bei der einwandfreien Identifizierung geholfen, wenn man darauf verzichtet hätte, die Äpfel in Laufmeter über Laufmeter von Zellophan einzupacken. Einzeln.

Andererseits muss man sich auch fragen: In was für einer Welt leben wir, dass ausgerechnet Fastfood-Lokale Werbung für gesunde Ernährung machen? Wie geht das weiter? Wird die Käsekrainer vegan? Spielt Ö3 eine Oper von Friedrich Cerha? Wird die Straßenbahnlinie 71 in regelmäßigen Abständen fahren?