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Après-Beitrag, Après-Ski, Après-Beitrag ...

Von Ina Weber

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"Schatzi schenk’ mir ein Foto", "Und ich schwimm’, schwimm’, schwimm’ zu Dir rüber, . . . heit is so a schener tog, lalalalala, heit is so . . ." Pardonez-moi, das sind die Hüttenlieder, denen der Österreicher im betrunkenen Zustand beim Après-Ski frönt. Das Wort selbst kommt aus dem Französischen, obwohl die Franzosen damit gar nichts am Hut haben. Denn "Après-Ski" gibt es nur in Österreich, was ATV in seiner Reportage über selbiges erklärte. Aus der ganzen Welt kommen d’Leit, um das gesellige und völkerverbindende Amusement mitzuerleben, um dann gern und erwartungsvoll aus den Latschen zu kippen. Der Beitrag ließ jedoch die volle Breite dieser Angelegenheit missen. Der sonst so an Boulevardesken ausschweifende Sender zeigte lediglich eine Ischgl-Hütte mit dem verrückten Niki und Oberwart. Wo blieben da etwa St. Anton und sein legendärer Mooserwirt? Wo blieben die Interviews und Geschichten von Besuchern, die seit Jahren an denselben Ort fahren, nur um nach dem Skifahren oder Snowboarden dort abzufeiern? Nun, ATV hatte einen anderen Plan: Der sich auf den Spuren des Lebens befindende Sender zog den Zuseher in die Geschichte hinein - "lalalalala" - , um dann plötzlich und unauffällig Bilder und Szenen aus dem Beitrag davor hineinzumontieren. Davor lief nämlich "Die Fahnder", über das Leben der Grenzzöllner am Arlberg. Diese traf man dann wieder und sie erklärten einem wieder, wie schwierig ihre Arbeit eigentlich ist. Der Avant-Beitrag ging somit auch après. Ganz schön raffiné.