Zum Hauptinhalt springen

ARA exportiert Know-how

Von Petra Medek

Wirtschaft

Österreichisches Recycling-Know-how ist international gefragt: Mit Consulting-Dienstleistungen ist die Altstoff Recycling Austria AG (ARA) in ein neues Geschäftsfeld gestartet.


"Unser Wissen über die Optimierung von Sammel- und Verwertungssystemen wird nun exportiert", berichtete ARA-Vorstandsvorsitzender Christian Stiglitz gestern in einer Pressekonferenz. Aus Portugal

kam der erste Auftrag, der bereits leichte Überschüsse bringen soll, so Stiglitz. Außerdem seien bereits zahlreiche Anfragen aus EU-Staaten, aber auch Beitrittswerbern zur Union, bei der ARA

eingegangen. Der ARA-Aufsichtsrat beurteile das Consulting-Projekt positiv · aber mit der Auflage, "dass es dem österreichischen System nichts kosten darf", so Aufsichtsratvorsitzender Leo Schreiber.

Erfreulich seien die ersten drei Quartale 1999 verlaufen. Bei einem stabilem Umsatz von 1,932 Mrd. nach 1,926 Mrd. Schilling ist die Zahl der Vertragsabschlüsse bis September auf 1.020 gestiegen,

"und es sollen bis zum Jahresende noch einige mehr werden", kündigte Stiglitz an. Mehr als ein Drittel der neugewonnen Kunden seien ausländische Unternehmen.

Die Sammel- und Verwertungsmengen sind bis September um 2% auf 460.000 t gestiegen. Die Menge der Verpackungsabfälle, die auf Österreichs Deponien landen, hat sich seit 1991, als 480.000 t deponiert

worden waren, auf 218.000 t halbiert, zitiert Stiglitz eine Studie des Umweltministeriums. Die Gewichtung der Packstoffe blieb in den verganenen Jahren fast unverändert: 57% des Umsatzes entfielen

auf Kunststoffe, 18% auf Papier.

Kritik gab es seitens der ARA an dem Entwurf zur Novellierung der EU-Verpackungsrichtlinie. Dieser breche mit vielen Prinzipien der ursprünglichen Richtlinie und würde für viele europäische Staaten

Kostenerhöhungen verursachen, sagte Stiglitz. Als "Musterland" sei Österreich allerdings davon ausgenommen.