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Arbeitssuche ohne Handicap

Von Petra Medek

Wirtschaft

Online-Jobportal kennzeichnet Jobs für Menschen mit Einschränkungen. | Wien. Die Lage am Arbeitsmarkt ist alles andere als rosig - besonders zu spüren bekommen das auch Menschen mit Beeinträchtigungen: Hier lag die Zahl der Arbeitslosen im Juni bei knapp 33.800, das sind um 18 Prozent als im Vorjahresmonat.


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Diese Gruppe von Arbeitnehmern will nun die Online-Jobplattform Careesma gezielt ansprechen. Seit kurzem können Firmen beim Inserieren von Stellenangeboten hier kennzeichnen, ob der freie Job sich für Menschen mit Gehör- oder Sprachbeeinträchtigung, Einschränkungen beim Sehen oder anderer körperlicher Beeinträchtigung gut eignet.

Gekennzeichnet sind die Stelleninserate mit drei entsprechenden Symbolen: einem Notenschlüssel, einem Auge sowie Treppen. Auf dem Jobportal können Interessenten dann gezielt nach Jobs für eine der drei Gruppen in der gewünschten Region suchen.

"Wir stampfen damit keine neue Behindertenplattform aus dem Boden, sondern möchten unser Angebot sinnvoll für alle Inserenten erweitern", so Wolfgang Kowatsch von Careesma. Das Angebot solle nicht nur Jobsuchende, sondern auch Unternehmen ansprechen - und zwar nicht nur jene, die von vornherein bereit seien, Menschen mit Behinderung einzustellen, meint Kowatsch. Er will die Kennzeichnung allen Firmen schmackhaft machen. Zusätzliche Inserate erhofft er sich aber vor allem von Unternehmen, die ihr soziales Engagement herausstreichen wollen.

Die Suche nach einem Job ist auf Careesma übrigens kostenlos, Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern haben fünf Inserate pro Jahr frei. Größere Betriebe zahlen erst nach einer ersten Testphase.

Einstellen statt zahlen

Derzeit würden viele Unternehmen, die pro 25 Mitarbeitern einen behinderten Menschen einstellen müssten, lieber eine Abschlagszahlung leisten, kritisiert Gregor Demblin, Geschäftsführer von Motary Österreich. Seine Organisation arbeitete bei der Erstellung der Symbole mit Careesma zusammen. Demblin erhofft sich von dem neuen Angebot, dass die persönlichen Leistungen der Jobsuchenden, nicht ihre Defizite, in den Vordergrund rücken.

Läuft das Angebot gut an, will Careesma es ausweiten: Als viertes Symbol könnte ein durchgestrichenes Buch in das Kennzeichnungssystem aufgenommen werden. Dies soll für Lernschwächen stehen. Ab September sollen dann auch Jobsuchende mit Einschränkungen ihr Inserat mit dem entsprechenden Symbol versehen können.

www.careesma.at,

www.careermoves.at