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Arcandor vor Zerschlagung

Von WZ Online

Wirtschaft
Wer bekommt welche Teile von Arcandor?
© Arcandor / Jatzek - WZ Online

Der insolvente Handels- und Touristikkonzern Arcandor bereitet sich nach dem Rückzug des Sanierers Horst Piepenburg offenbar auf eine Zerschlagung vor. Der Düsseldorfer Konkurrent Metro will weiterhin 60 der 90 Warenhäuser der Arcandor-Tochter Karstadt übernehmen.


Metro-Chef Eckhard Cordes soll nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) bereits Gespräche mit Vermietern, Lieferanten sowie Arbeitnehmer-Vertretern geführt haben.

Cordes hatte in den vergangenen Wochen mehrfach sein Angebot zu einem Zusammenschluss der Metro-Warenhauskette Kaufhof mit Karstadt zu einer Deutschen Warenhaus AG erneuert. Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick hatte die Gespräche jedoch auf Eis gelegt.

Eick soll jedoch nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Spiegel" bereits Investmentbanken als "Plan B" beauftragt haben, Möglichkeiten für einen Teilverkauf von Karstadt und des Versandhändlers Primondo auszuloten. Die Anteile an der Tourismussparte Thomas Cook sind bereits an die Banken verpfändet.

Der Sanierer Piepenburg hatte seinen Rückzug mit dem Vorwurf einer mangelnden Unterstützung des Großaktionärs Sal. Oppenheim bei den Sanierungsbemühungen begründet. Als Generalbevollmächtigter wollte der Düsseldorfer Rechtsanwalt das Unternehmen mit den Karstadt-Kaufhäusern, dem Quelle-Versand und Thomas Cook ursprünglich in Eigenregie zusammenhalten und eine Zerschlagung vermeiden.

Schickedanz fürchtet sich vor der Armut

Die Quelle-Erbin und Arcandor-Großaktionärin Madeleine Schickedanz hat unterdessen eine Mitschuld an der Krise des Unternehmens eingeräumt. Eine mögliche Unterstützung des ums Überleben kämpfenden Unternehmens stellte sie jedoch nicht in Aussicht. "Ich habe viel zu spät gemerkt, dass ich die Kontrolle verloren habe", erklärte sie in einem Interview mit Bild.de. Inzwischen habe sie leider keinen direkten Einfluss mehr. Schickedanz hält über einen Pool einen Anteil von 26,7 Prozent an Arcandor und ist damit größte Einzelaktionärin vor den Gesellschaftern des Bankhauses Sal. Oppenheim.

Wegen der Schieflage der Quelle-Mutter Arcandor habe sie inzwischen rund drei Milliarden Euro verloren, berichtete Schickedanz. Sollte die Rettung von Arcandor scheitern und die Bankkredite fällig werden, drohe ihr der Verlust ihres gesamten Privatvermögens. Sie habe daher begonnen, sich finanziell einzuschränken.

(APA, Reuters)