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AT&S lässt 130 Mitarbeiter in Klagenfurt kurzarbeiten

Von Eva Stanzl

Wirtschaft

Baldige Besserung wird nicht erwartet. | Klagenfurt/Wien. Mit AT&S schickt ein weiteres heimisches Paradeunternehmen seine Mitarbeiter in die Kurzarbeit. Der börsenotierte Leiterplatten-Hersteller hat am Freitag 130 seiner 165 Mitarbeiter im Werk in Klagenfurt für die nächsten drei Monate zur Kurzarbeit angemeldet. Der Umfang der ab Februar geplanten Maßnahmen betrage bis zu 50 Prozent der wöchentlichen Arbeitszeit, teilte Konzernsprecher Hans Lang mit.


Aufsichtsratschef und Miteigentümer Hannes Androsch begründet den Schritt gegenüber der "Wiener Zeitung" mit der Nachfrageschwäche aus der Autoindustrie: "Das ist der Ausfluss der Autokrise. Wenn Konzerne wie die Voest darunter leiden, trifft das auch einen Leiterplatten-Hersteller", so der Industrielle. Dazu kämen Nachfragerückgänge der Industrie und eine damit einhergehende Unterauslastung.

In Klagenfurt werden einseitige Leiterplatten für Automobile hergestellt, die Wärme abtransportieren. 2007 setzte der Standort rund 20 Mio. Euro um. Mit der Kurzarbeit solle die derzeitige Situation überbrückt werden, erklärt Lang. Das tatsächliche Ausmaß der Krise sei jedoch von der jeweils aktuellen Auftragslage abhängig, und: "Wir gehen in den nächsten drei Monaten nicht von einer Verbesserung aus. Aber wir erwarten, dass das Geschäft wieder zurückkommen wird."

Keine Kündigungen

Kündigungen wolle man am "hochinnovativen Standort Klagenfurt" daher möglichst vermeiden. Die Möglichkeit einer Produktionsverlagerung nach Asien schließt Lang gänzlich aus, denn: "Wir haben in Europa einen 2,5 Milliarden-Euro-Markt und Kunden, die die Produktion hier wollen." Anders laufe es bei Handy-Leiterplatten: "Dieses Geschäft ist in Asien und kommt nicht zurück." Im Dezember hatte AT&S ein Drittel seiner Mitarbeiter in Leoben, wo die Leiterplatten für Mobiltelefone hergestellt werden, zur Kündigung angemeldet. Nur der Bereich Forschung blieb dort unangetastet. Im Bilanzjahr 2007/08 machte AT&S insgesamt 480 Mio. Euro Umsatz, davon 10 Prozent im Bereich Automotive.

Auch beim Vorarlberger Autozulieferer Hirschmann sollen ab Mitte Februar 230 der 550 Mitarbeiter am Hauptsitz Rankweil kurzarbeiten.