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Attacke auf Gefängnis: Nur Wahltaktik?

Von Georg Friesenbichler

Analysen

Munition im israelischen Wahlkampf. | Palästinenser, EU-Parlamentarier und ein Gutteil der europäischen Presse waren sich einig: In dem israelischen Angriff auf das Gefängnis in Jericho sehen sie nur Wahltaktik des Übergangspremiers Ehud Olmert. Die israelischen Zeitungen glauben indes, die Freilassung des Mannes, der für den Tod des Tourismusministers Revaham Zeevi mitverantwortlich gemacht wird, hätte keine israelische Regierung hinnehmen können. Schlagzeilen wie "Wir haben sie", "Die Rechnung ist beglichen" und "Lektion für Hamas" deuten aber doch in die Richtung, dass Olmerts Angriffsbefehl ihm bei der Wahl am 28. März zugute kommen könnte.


Gegen den 52-jährigen Chef der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP), Ahmed Saadat, der nun in einem israelischen Gefängnis einsitzt, war nie formell Anklage erhoben worden. Israel, auf dessen Druck die Festnahme im Jahr 2002 erfolgte, hatte dem linksgerichteten Extremistenchef vorgeworfen, dass Mitglieder seiner Gruppierung Zeevi töteten - als Rache für die "gezielte Tötung" von Saadat-Vorgänger Abu Ali Mustafa. Saadat wurde am 25. Jänner ins Parlament gewählt.

Abbas hatte eine mögliche Freilassung angekündigt. Dass diese nun nicht mehr unter der neuen palästinensischen Regierung erfolgen muss, könnte der Hamas wegen der zu erwartenden Verwicklungen mit Israel sogar willkommen sein.