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Attraktion mit mehreren Haken

Von Tamara Arthofer

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Tamara Arthofer
Tamara Arthofer ist Sport-Ressortleiterin.

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Wir haben uns nicht für die Fußball-WM qualifiziert? - Kein Problem, veranstalten wir doch unsere eigene! Nein, diese Idee wurde nicht in Österreich geboren, sondern in den USA, und die sind bekanntlich das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Und auf den ersten Blick scheint sie durchaus ihren Reiz zu haben: Selten noch haben sich so viele Kapazunder wie diesmal selbst mangels Leistungen für Russland 2018 in die Zuschauerrolle manövriert. Und auch wenn es sportlich für die USA, die im Selbstzerfleischungsmodus befindliche Squadra Azzurra, die Niederlande und Chile - um nur einige zu nennen - nicht gereicht hat, so hätten Duelle dieser Nationen durchaus ihren Reiz. Also prüft der US-Verband derzeit laut Informationen von ESPN die Möglichkeit, für diese Nationen (ob auch Österreich ein Thema wäre, ist eher fraglich) ein eigenes Turnier im Vorfeld der WM auszurichten oder zumindest eine Serie an Länderspielen zu organisieren - zentral vermarktet. Und genau das ist - abgesehen von rechtlichen und versicherungstechnischen Fragen sowie jener, welchen Wert eine sportliche Qualifikation noch hat - der Haken an der Sache, die sehr danach riecht, den Fußball zwecks Gewinnmaximierung auszuquetschen, wo es nur irgendwie möglich ist. Die Tendenzen gibt es freilich überall: In der Champions League und in internationalen (Top-)Ligen, die künftig nur noch im Bezahlfernsehen zu sehen sein werden; mit der Uefa Nations League und den Überlegungen, diese "weiterzuentwickeln", um künftig ein neues Mini-Turnier zu veranstalten, für das sich Nationalmannschaften aus der ganzen Welt qualifizieren können. Irgendwann ist genug tatsächlich genug.