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ATX klettert auf 32-Monats-Hoch

Von Werner Michael Szabó

Wirtschaft

Der österreichische Aktienmarkt hat sich in der dritten Märzwoche von der mit Unsicherheit geprägten internationalen Börsenentwicklung abgekoppelt und stieg auf ein neues Jahreshoch. Der ATX legte noch ein Schlagobershäubchen darauf und erreichte ein seit Mitte Juli 1999, also ein seit 32 Monaten nicht mehr gesehenes Niveau.


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Zunächst hatte es lange nicht nach einem derart fulminanten Schlussakkord ausgesehen, denn der heimische Aktienmarkt schien wie von einer "Frühjahrsmüdikeit" befallen gewesen zu sein. Bei extrem geringen Umsatzvolumina konnte der Markt sein Kursniveau erstaunlich gut halten, obwohl es an den internationalen Börsen eher eine Tendenz nach unten gab. Hin- und hergerissen zwischen der berechtigten Hoffnung auf eine nachhaltige Konjunkturerholung und den Sorgen über steigende Zinsen waren die Marktteilnehmer in Euroland und auch in den USA extrem verunsichert. Offensichtlich bedarf es noch deutlicher Konjunktursignale, um für gute Stimmung an den Börsen zu sorgen. Noch wichtiger für die Investoren wären Nachrichten, daß die Unternehmensgewinne wieder steigende Tendenz aufweisen. In beeindruckender Weise konnte sich Wien insbesondere zum Wochenausklang von der internationalen Entwicklung loslösen. Die Erste Bank, die am Freitag über den Erwartungen gelegene Ertragszahlen vorlegen konnte, übernahm auch prompt die Lokomotivfunktion und zog den Markt in neue Höhen.

Der Leitindex ATX kletterte am Freitag kurz vor Sitzungsschluss auf 1.260,01 Punkte und schloß mit 1.258,83 Zähler. Im Wochenabstand bedeutet dies einen Anstieg um 2,17% und seit Jahresanfang bereits ein Plus von 10,39%. Wien ist somit die bislang beste Euroland-Börse in diesem Jahr. Der weiter gefaßte ATX Prime erhöhte sich im Wochenabstand um 1,88% auf 649,55 Zähler und der alle Aktien repräsentierende WBI um 1,47% auf 502,49 Punkte. Die im ViDX abgebildeten wachstums- und technologieorientierten Werten hinkten dieser Entwicklung allerdings hinterher und verbesserten sich lediglich um 0,23% auf 850,29 Punkte.

Im prime market avancierte die Erste Bank aufgrund ihres Höhenflugs ‹ insbesondere am Freitag ‹ mit einem Plus im Wochenabstand von 8,8% zum Gewinner der Woche, was gleichzeitig ein neues Alltime-High bedeutet. Sehr fest präsentierte sich auch JoWooD (+8,4%), wobei allerdings der Computerspiele-Erzeuger noch viel Boden gut zu machen hat. Ein neues Lebenszeichen von sich gegeben hat auch UIAG, die mit plus 6,4% auf ein neues Jahreshoch gestiegen ist. Sehr fest zeigten sich weiters Do & Co (+5,9%) sowie Brau-Union (+3,2%). Die kurze Liste der Verlierer wurde von Austrian Airlines (-5,1%) und CyberTron (-4,5%) angeführt.

Im standard market continuous verzeichneten Porr Vorzug mit plus 58,8% eine Kursexplosion. Damit konnten sie den eklatanten Abstand zu ihren Stammaktien zwar deutlich verkürzen, liegen aber noch immer um 36% unter deren Kursniveau. Sehr trostlos ist derzeit die Situation um die Aktie des Wettenanbieters Admiral, die in der abgelaufenen Woche um weitere 9,9% zurückgegangen sind.

Im standard market auction haben die extrem volatilen Agra Tagger ihren Kurs mit einem Plus von 107% mehr als verdoppelt. Kräftige Kurszuwächse verzeichneten auch Performance AG (+45%), Libro (+36%), IFE (+32%) und stage1.cc (+21%). Demgegenüber verloren Caravelle Vorzug 25%, Stadlauer 17% und Meinl International 16%.

Werner M. Szabó ist Redakteur der Zeitschrift bankundbörse