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ATX kletterte auf neues Jahreshoch

Von Werner Michael Szabó

Wirtschaft

Am Wiener Aktienmarkt stellte sich in der letzten vollen Börsewoche in diesem Jahr langsam weihnachtliche Ruhe ein, ehe am Freitag ein Schluss-Spurt den ATX auf ein neues Jahreshoch brachte. So vorweihnachtlich ruhig wie in den Tagen zuvor war das Geschehen am Freitag nicht mehr, dafür sorgte der Verfallstag der Optionen und Futures.


Durch die schon eine Woche zuvor abgeschlossene Berichtssaison in Österreich mangelte es an Nachrichten seitens heimischer Unternehmen. Die Investoren orientierten sich daher mehr an den internationalen Aktienmärkten, wo ebenfalls über weite Strecken wenig Bewegung festzustellen war.

Aufgewacht sind die Börsen erst wieder gegen Wochenschluss. Stimulierend wirkten hier die Jahresschlussrally der New Yorker Börse sowie Wirtschaftsindikatoren aus Deutschland, der größten europäischen Wirtschaftsmacht. So ist der Ifo-Index in Deutschland von 95,7 im November auf 96,8 im Dezember gestiegen und hat damit den höchsten Stand seit fast drei Jahren erreicht. Die Rally an der Wall Street führten Analysten auf die robusten Fundamentaldaten zurück, welche die laufende Konjunkturerholung in den USA bestätigen. Dem internationalen Aufwärtstrend folgend hat auch Wien wieder angezogen und, trotz der bevorstehenden Feiertage, die Hoffnung auf eine Jahresschlussrally geweckt.

Der Wiener Leitindex, der noch am Donnerstag bei plus/minus Null gegenüber dem Vorwochenschluss gelegen war, zog am Freitag bis auf 1.528,64 Punkte an, um dann die Woche mit 1.525,76 Zählern abzuschließen. Damit schaffte die Wiener Börse noch ein Wochenplus von 1,07%. Der WBI als Indikator für den Gesamtmarkt stieg um 0,8% auf das neue Jahreshoch von 616,95 Punkte. Eine deutlich bessere Performance zeigte der ViDX, der im Wochenabstand um 3,75% auf 859,28 Zähler zulegte und seit Jahresbeginn auf ein Plus von über 43% kam. Im prime market waren BWT mit einem Anstieg von 9,6% auf ein neues Jahreshoch der Gewinner der Woche. Die Aktie profitierte offensichtlich von der wieder aufkeimenden Phantasie bezüglich Brennstoffzellentechnologie. Kräftig angezogen haben auch BETandWIN.com (+6,6%) und Generali (+6,3%). Deutlich fester präsentierten sich weiters Head (+4,5%), Andritz (+4,3%), Wolford (+3,9%), Agrana (+3,7%) und Palfinger (+3%).

Telekom Austria traten mehr oder weniger auf der Stelle. Die Empfehlung des Investmenthauses JP Morgan, das die Aktie von "neutral" auf "übergewichten" hochgestuft hat, wurde vom Markt weitgehend ignoriert. Die Aktie der Telekom Austria könnte aber wieder Phantasie bekommen, weil sich für den österreichischen Marktführer bei der bulgarischen Mobiltel möglicherweise wieder eine Akquisitionschance auftut.

Erste Bank konnte vor allem am Freitag wieder Boden gut machen, während BA-CA weitgehend unverändert blieben. Schwächer notierten im prime market vor allem Topcall (-4,2%), voestalpine (-3,4%), Constantia-Verpackungen (-2,5%) und EVN (- 2,4%).

Bei den im standard market continuous gehandelten österreichischen Aktien zeigten sich Wiener Städtische Vorzug (+ 1,3%) fester, während Porr Vorzug um 2% nachgaben. Heftige Kursausschläge waren dafür im standard market auction zu verzeichnen.

Werner M. Szabó ist Redakteur der Zeitschrift "bankundbörse".