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ATX korrigiert nach Jahreshoch

Von Werner Michael Szabó

Wirtschaft

Das Geschehen an der Wiener Börse stand in der abgelaufenen Woche einerseits im Zeichen der anhaltenden Diskussionen um die Privatisierung der voestalpine und der Telekom Austria (TA). Andererseits kam es zur viel beachteten Rückkehr der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), die von einem hohen Handelsvolumen begleitet war.


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Im Zuge der anhaltenden Übernahmespekulationen zu Wochenbeginn kletterten voestalpine und auch Telekom Austria auf neue Jahreshöchstkurse, was bei der TA gleichzeitig auch ein neues historisches Hoch bedeutete. Angeführt von diesen beiden Titeln, kletterte der Leitindex ATX auf ein neues Jahreshoch von 1.343,07 Punkten.

Mit der Stellungnahme von Seiten der Bundesregierung und den Äußerungen der ÖIAG ist allerdings die Phantasie für die beiden Titel etwas verloren gegangen, was entsprechende Kurskorrekturen auslöste. Bei voestalpine scheint es nun so auszusehen, dass nur mehr die Optionen einer weiteren Privatisierung über die Börse und/oder der Verkauf an Finanzinvestoren in Frage kommt. Für die Wiener Börse wäre dies zweifellos die beste Lösung, wenn ein Paradeunternehmen wie dieses dem Markt erhalten bliebe und noch dazu der Streubesitz erhöht würde. Bei TAa hat es nach der Darstellung der ÖIAG keine Verkaufsgespräche mit der Swisscom gegeben, und außerdem hätte man Zeit die geeignete Variante für eine Veräußerung der Staatsanteile zu finden.

Der Börsenstart der BA-CA hat kursmäßig nicht ganz den Erfolg gebracht, den man sich gewünscht hatte. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Umsatzmäßig hat dieser Börsengang jedenfalls einen gewaltigen Schub gebracht. So wurde am Tag der Börseneinführung (9. Juli) mit 437,18 Mill. Euro der drittstärkste Handelstag der Wiener Börse AG verzeichnet, wovon allein 84 % auf die BA-CA entfielen. Das bisher höchste Handelsvolumen an einem Tag gab es am 24. Juli 2000 mit 483,06 Mill. Euro. Der ATX beendete die Berichtswoche mit 1.326,47 Zählern um 0,20% unter der Vorwoche und um 1,24% unter dem am Dienstag erzielten Jahreshoch. Der WBI als Messgröße für den Gesamtmarkt gab um 0,36% auf 545,70 Punkte nach. Die Wochenperformance des österreichischen Aktienmarktes ist damit hinter den internationalen Börsen zurückgeblieben, die durchwegs fester waren.

Im prime market hielten sich die Kurserhöhungen und die Rückgänge zahlenmäßig etwa die Waage. Die größten Gewinner waren RHI (+9,8%), Wolford (+5,1%) und Austrian Airlines (+4,6%). Freundlich präsentierten sich auch Andritz (+3,1%) und Erste Bank (+2,6%). Der Rückkehrer BA-CA blieb mit 28,38 Euro unter dem Ausgabepreis von 29 Euro. TA gaben nach dem Allzeithoch von 11,10 Euro nach und fielen sogar unter den Schlusskurs der Vorwoche (-2,7%). voestalpine sackten nach dem neuen Jahreshoch von 37,10 Euro ebenfalls unter den Vorwochenschluss ab (-6,9%). Verlierer der Woche waren BETandWIN.com mit einem Minus von 9,1%. Schwach notierten weiters Topcall (-4,5 %), EVN (-2,1%) und BWT (-2%).

Bei den im standard market zu fortlaufenden Kursen gehandelten Papieren verzeichneten Porr Stamm und Vorzug sowie bauMax Rückgänge um rund 3%. Lenzing verbesserten sich um 3,3%. Von den im gleichen Marktsegment zu Einheitskursen gehandelten Werten standen den freundlichen Frauenthal (+15,2%) und Maculan (+11%) die schwachen Feratel (-18,2%) und Performance AG (-8%) gegenüber.

Werner M.l Szabó ist Redakteur der Zeitschrift "bankundbörse".