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ATX pendelt um die 1.800er-Marke

Von Werner Michael Szabó

Wirtschaft

Der Wiener Aktienmarkt schwankte in der vergangenen Woche auf und ab, hat aber sein Kursniveau halten können. Dies ist um so bemerkenswerter, als die schwachen internationalen Börsen zumindest teilweise negativ abgefärbt haben.


Vor allem die immer wieder hochkommenden Terrorängste lähmten die Aktienmärkte. Nach den Bombenanschlägen in Madrid reagierten viele Marktteilnehmer höchst sensibel auf Gerüchte möglicher neuer Terroranschläge, wie jüngst auch im Zusammenhang mit der Sperre des Bahnverkehrs auf der Eurostar-Linie zwischen Paris und London. Nur von kurzer Dauer waren die (positiven) Auswirkungen der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed, am derzeit niedrigen Leitzins nichts zu ändern. Vor dem Hintergrund einer weltweit gut laufenden Konjunktur enttäuscht vor allem die Wachstumsschwäche in der Eurozone. Experten beruhigen aber, dass ein erneuter Rückfall in die Rezession nicht zu befürchten ist. Eingebettet in dieses schwierige Umfeld ist es dem österreichischen Kapitalmarkt trotzdem gelungen das Kursniveau gegenüber der Vorwoche zu halten.

Der ATX pendelte während der gesamten Woche bei durchschnittlichen Handelsvolumina um die Marke von 1.800 Punkten, wobei weder nach oben noch nach unten besonderer Druck bestanden hat. Er beendete den Berichtszeitraum schließlich mit 1.820,19 Zählern um 0,47% über der Vorwoche. Der WBI als Messgröße für den Gesamtmarkt ist mit 714,81 Punkten gegenüber 714,74 in der Vorwoche praktisch unverändert geblieben.

Im prime market sind in der Berichtswoche die Kursanstiege eng begrenzt geblieben und über 3% nicht hinausgekommen. Dank eines Schlussspurts am Freitag schaffte Telekom Austria noch ein Plus von 2,9%. Fester präsentierten sich auch BWT und voestalpine (jeweils +2,9%) sowie Wienerberger (+2,7%). BWT wurde von den Analysten der Erste Bank von "reduzieren" auf "kaufen" hochgestuft, was sich im Kurs - wenn auch nicht spektakulär - niedergeschlagen hat. Austrian Airlines, die zunächst unter den Auswirkungen der Terroranschläge von Madrid auf die allgemeine Flugbranche zu leiden hatte, fing sich bald wieder und verzeichnete sogar einen leichten Kursanstieg (+2,1%). Freundlicher waren auch Head, Wolford und OMV. Die Zahlen 2003 der Erste Bank wurden von Marktteilnehmern als gut und im Rahmen der Erwartungen bezeichnet. Zeitweise ziemlich stark unter Druck gekommen ist BETandWIN.com, die bereits um fast 28% unter dem Vorwochenschluss notierten. In der Folge konnte die Aktie, die am 22. März in den ATX aufgenommen wird, einen Großteil des verlorenen Terrains wieder aufholen, blieb aber trotzdem um 10,2% hinter der Vorwoche zurück. Schwächer auch EVN (-4,9%), Generali (-4,3%) und Semperit (-3,6%).

Im standard market continuous blieben die Kursveränderungen in besonders engen Grenzen. Den etwas freundlicheren Wiener Städtische (+1,2%) standen die schwächeren Porr Stamm (-3,2%) gegenüber. Der standard market auction bekommt morgen mit dem Wiener Softwareunternehmen Brain Force einen attraktiven Zuwachs.

Werner M. Szabó ist Redakteur der Zeitschrift "bankundbörse"