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ATX-Rekordjagd in Wien prolongiert

Von Werner Michael Szabó

Wirtschaft

Leitindex erstmals in der Geschichte über 3.400 Punkten. | Wien. Der Wiener Aktienmarkt setzte in der abgelaufenen Woche seinen Höhenflug unvermindert weiter fort. Damit wurde die Rekordjagd des ATX prolongiert und führte ihn erstmals in der Geschichte über die 3.400-Punkte-Marke. Langsam fragt man sich: Wie dünn ist die Luft eigentlich? Noch scheint der Markt munter genug, eine wirkliche Flaute ist noch nicht erkennbar.


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Der Fortsetzung des Höhenflugs der Wiener Börse ist um so bemerkenswerter, als von internationaler Seite keine Unterstützung kam. In Kontinentaleuropa wartet man gespannt auf den Ausgang der deutschen Bundestagswahl, denn der deutsche Kapitalmarkt hat ganz einfach eine dominante Größe. Diesen Markt darf man daher nicht aus den Augen verlieren. Investoren übten sich Tage lang in Zurückhaltung, versuchten aber am Freitag doch wieder Positionen zu beziehen.

In Wien war das alles kein Thema. Bei durchaus guten Umsätzen pendelte der ATX um die Marke von 3.400 Punkten und machte zeitweise Anstalten, sich in Richtung 3.500 zu bewegen. Zu hoch gegriffen? Keineswegs, denn Analysten prognostizierten genau diesen Indexstand - allerdings erst fürs Jahresende.

Generell war diese Woche die Nachrichtenlage recht dünn, was aber der Entwicklung des österreichischen Aktienmarktes nicht geschadet hat. Selbst der dreifache Verfallstermin am Freitag brachte keine Tendenz bestimmende Richtungsänderung.

Beachtung verdient die Nachricht der OMV, die sich aus dem Bieterverfahren um den türkischen Raffineriekonzern Tüpras zurückgezogen hat. Beachtung deshalb, weil das Management rechtzeitig die Bremse gezogen hat und nicht um jeden Preis einkauft.

ATX schließt mit Allzeithoch

Die 37. Woche endete im ATX mit einem Allzeithoch auf Schlusskursbasis. Ein Indexwert von 3.430,29 Punkten bedeutet im Wochenabstand ein Plus von 1,95 Prozent und seit Jahresbeginn bereits einen Zuwachs von knapp über 41 Prozent. Der Wiener Börseindex (WBI), der alle amtlich notierten österreichischen Aktien umfasst, kletterte um 1,58 Prozent auf den neuen Rekordwert von 1.267,91 Punkten.

Im Prime Market überraschte Unternehmens Invest (UIAG) mit einem Kursplus von 8 Prozent - Begehrlichkeiten werden KTM nachgesagt. Einen starken Zug nach oben bewies neuerlich EVN. In Erwartung eines ausgezeichneten Ergebnisses für das am 30. September endende Geschäftsjahr 2004/05 hält das Interesse für die EVN-Aktie unvermindert an. Zudem wird die Aktie weiterhin zum Kauf empfohlen. Gut im Futter steht auch Böhler-Uddeholm, und frischer Schwung kam in die Aktie des Ölfeldausrüsters Schoeller-Bleckmann . Einen wesentlichen Beitrag zum ATX-Anstieg lieferte einmal mehr die OMV-Aktie, die im Wochenabstand ein Plus von 5,3 Prozent schaffte. Bemerkenswert auch die Kursanstiege von BETandWIN.com und Agrana (je +4,6 Prozent).

Werner M. Szabó ist Redakteur der Zeitschrift "bankundbörse"