Zum Hauptinhalt springen

ATX steigt auf neues Jahreshoch

Von Werner M. Szabó

Wirtschaft

Der Wiener Aktienmarkt präsentierte sich zu Beginn der zweiten Jahreshälfte in guter Verfassung und setzte damit den Aufwärtstrend der ersten sechs Monate weiter fort. Er widersetzte sich damit erneut der schwachen Entwicklung der Euroland-Börsen, die scheinbar orientierungslos dahin dümpelten.


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 20 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Auch Wien startete zunächst schwach in die Woche, doch zog das Kursniveau in der Folge unter Führung des ATX-Schwergewichts Telekom Austria kontinuierlich an. Am Mittwoch markierte der Leitindex mit 1.333,82 Punkten schließlich ein neues Jahreshoch. Zwar korrigierte der Markt dann wieder, hat dabei allerdings nicht all zu viel verloren.

Wien hat jedenfalls die europäischen Aktienmärkte outperformed, die vielfach schwächer gingen. New York rettete noch ein kleines Plus über die Runden, ehe man feiertagsbedingt (Independence Day) in das verlängerte Wochenende ging. Damit fehlte den europäischen Börsen die "Leitkuh" und sie tendierten am Freitag allgemein schwächer. Durch den US-Feiertag fehlte dem Wiener Aktienmarkt zwar Volumen, die Kursentwicklung war aber trotzdem positiv. Das durchschnittliche Handelsvolumen am Wiener Aktienmarkt war mit einem Tagesumsatz von knapp 87 Mio. Euro um 30 % höher als im Jahresschnitt. Dies ist um so bemerkenswerter, als der Börsengang der Bank Austria Creditanstalt zweifellos Liquidität vom Markt abzieht.

Der ATX schloss die Berichtswoche mit 1.329,15 Zählern um 1,22% über der Woche und damit nur um viereinhalb Punkte unter dem am Mittwoch erzielten neuen Jahreshoch. Der WBI als Indikator für den Gesamtmarkt stieg um 1,01% auf 547,67 Punkte.

Im Top-Segment der Wiener Börse, dem prime market, kletterten Unternehmens Invest (UIAG) um 11,2%. Die Aktie scheint wieder mehr Phantasie zu haben, da das Unternehmen nach dem Verkauf von Andritz-Anteilen im Zuge des Secondary Public Offering des Maschinenbauers über einen höheren Liquiditätspolster für neue Engagements verfügt. Starkes Interesse gab es nach wie vor für voestalpine, die nach einem Plus von 11% auf einem neuen Jahreshoch von 36,96 Euro schlossen. Die österreichische Regierung hat am Freitag die Weichen für die Privatisierung der voestalpine offiziell neu gestellt und eine klare Präferenz für einen inländischen Kernaktionär erkennen lassen. Nach den jüngsten Korrekturen verzeichnete VA Tech einen Rebound mit plus 8,4%. Seit Jahresbeginn kam VA Tech auf ein Plus von 62,5% und voestalpine stiegen um 59,7%. EVN (+ 5 %) scheinen von der Akquisition der deutschen WTE Wassertechnik GmbH, Essen, profitiert zu haben, welche die EVN einen entscheidenden Schritt im noch jungen Geschäftssegment Wasser weiter bringt. Freundlich zeigten sich auch Austrian Airlines (+ 4,6%), Flughafen Wien + 4,2%) und Telekom Austria (+ 3,7%). Gab es bei AUA und Flughafen Wien keine Neuigkeiten, so hielten sich bei Telekom Austria nach wie vor die Spekulationen um eine Übernahme durch die Swisscom. Auf der Verliererseite standen BETandWIN.com, die nach einem Wochenminus von 4,7% noch immer bei einem Plus von 193% seit Ende 2002 stehen. Schwächer notierten auch Topcall (-3,9 %) und OMV (-3,8%).

Im standard market continuous standen den festeren bauMax (+2,4%) und Wiener Städtische (+2,3 %) die etwas schwächeren Porr Vorzug (-1,7 %) gegenüber. Bei den im standard market auction gehandelten Papieren zogen Mautner Markhof um 20,9 %, Heid um 19,7 % und Maculan um 11,9 % an.

Werner Michael Szabó ist Redakteur der Zeitschrift "bankundbörse".