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ATX verliert mehr als sechs Prozent

Von WZ Online

Wirtschaft

Notenbanken pumpen Milliarden in Finanzmärkte. | Die Wiener Börse hat ihre Verluste am Dienstagnachmittag massiv ausgebaut und ist auf ein neues Mehrjahrestief gefallen. Der Wiener Leitindex ATX rutschte erstmals seit Juli 2005 unter die Marke von dreitausend Punkten. Bis gegen 15 Uhr fiel der Index vor dem Hintergrund der sich zuspitzenden Finanzkrise um 6,36 Prozent auf 2.996,22 Punkte. | Mehr zum Thema: | Finanzkrise: Sorge um Konjunktur | Auch Österreich von Krise betroffen | Zentralbanken öffnen Geldhähne


Der ATX verlor damit noch deutlicher als die anderen europäischen Börsen: Der deutsche DAX fiel am Nachmittag um rund 2,8 Prozent, der Euro-Stoxx-50 gab 3,4 Prozent nach.

Belastet wurde der ATX vor allem von den starken Verlusten bei OMV (minus 7,97 Prozent), Erste Group (minus 7,49 Prozent) und Raiffeisen International (minus 11,59 Prozent). In ganz Europa litten Bankaktien unter der Finanzkrise. Aktien von Ölunternehmen wurden vom weiter fallenden Rohölpreis unter Druck gesetzt.

Finanzspritze

Unterdessen haben die großen europäischen Zentralbanken am Dienstag erneut Milliardensummen in die verunsicherten Finanzmärkte gepumpt. Die EZB stellte weitere 70 Mrd. Euro zur Verfügung, nachdem sie am Montag bereits 30 Mrd. Euro angeboten hatte. Die EZB erklärte auf ihrer Website, sie habe Anfragen über insgesamt 102,48 Mrd. Euro erhalten.

In London stellte die Bank of England weitere 20 Mrd. Pfund (25,1 Mrd. Euro) bereit, viermal so viel wie schon am Montag. Die Bank erklärte, sie habe Anfragen über 58,1 Mrd. Pfund erhalten. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) erhöhte die Liquiditätszufuhr für den Geldmarkt am Montag mit 8 Mrd. Franken (5,1 Mrd. Euro) auf das fast Doppelte des normalem Betrags. Dies sagte SNB-Direktoriumsmitglied Thomas Jordan im Schweizer Fernsehen. Er sprach von der größten Finanzkrise seit den 30er Jahren. Auch am Dienstag stellte die SNB erneut Geld zur Verfügung, Zahlen wurden aber nicht genannt.

Die japanische Zentralbank schloss sich an und stellte 2,5 Bill. Yen (16,9 Mrd. Euro) zur Verfügung. Die Bank erklärte in einer Stellungnahme, sie werde die Stabilität auf den Finanzmärkten des Landes sicherstellen. Die amerikanische Federal Reserve wollte später am (heutigen) Dienstag in Washington zusammentreten. Unter Analysten war umstritten, ob die US-Notenbank die Zinsen senken würde. (APA)

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