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AUA bestellt zwei neue Vorstände - und betont Willen zur Unabhängigkeit

Von Helmut Dité

Wirtschaft

Andreas Bierwirth übernimmt Burgers Marketingagenden. | Peter Malanik leitet Flugbetrieb und Technik. | Wien. Ein "Lufthanseat" und ein "AUA-Urgestein" sind die beiden neuen Vorstandsmitglieder des Austrian Airlines-Konzerns: Der bisherige AUA-Generalsekretär Peter Malanik (46) - Jurist, seit 22 Jahren bei der Firma - wird neuer Vorstand für Flugbetrieb und Technik (Chief Operations Officer, COO). Der zuletzt für die Lufthansa tätige frühere Germanwings-Geschäftsführer Andreas Bierwirth (36) - Bankkaufmann, Betriebswirt und Pilot - wird neuer Vorstand für Vertrieb und Marketing (Chief Commercial Officer, CCO). Das hat der AUA-Aufsichtsrat - offenbar nicht einstimmig, aber "mit sehr breiter Zustimmung" - in seiner Sitzung gestern, Montag, in Wien wie erwartet beschlossen.


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Malanik wird mit 1. Jänner, Bierwirth erst mit 1. April 2008 bestellt, teilte AUA-Aufsichtsratspräsident Peter Michaelis während einer Sitzungspause der Presse mit. Ihre Verträge laufen jeweils nur drei Jahre, haben aber eine "quasi automatische Verlängerungsoption" um weitere zwei Jahre "bei guter Performance".

Nach dem Abgang von Marketingchef Josef Burger im August hatte der AUA-Aufsichtsrat auf Empfehlung eines Managementberatungsunternehmens eine Aufstockung des AUA-Vorstands von bis dahin drei auf künftig vier Mitglieder beschlossen. Interimistisch leiteten seither Vorstandschef Alfred Ötsch - sein Vertrag läuft bis März 2011- und Finanzchef Thomas Kleibl - Vertrag bis Oktober 2009 - die AUA zu zweit.

Die beiden neuen AUA-Vorstände - "ein idealer Mix aus Kontinuität und frischem Wind" - hätten im Hearing "in beeindruckender Weise überzeugt, dass sie für ihre jeweiligen Ressorts zukunftsorientierte und zielgerichtete Strategien umsetzen werden", so Michaelis. Der neue Vierervorstand in dieser Form werde "noch besser für die Herausforderungen der Branche gerüstet" sein, "um eine unabhängige AUA in eine erfolgreiche Zukunft zu führen".

Ein klares Bekenntnis zur Unabhängigkeit der AUA legten denn auch die beiden neuen Vorstände in ihren Statements ab: "Ich trage die Strategie der Unabhängigkeit der AUA klar mit", unterstrich Bierwirth, der sich übrigens nicht selbst beworben hat, sondern vom Headhunter Spencer Stuart angeworben worden war und bis Ende März noch Projekte für die Lufthansa finalisieren muss. An Spekulationen, wonach er die AUA auf Kurs in Richtung Lufthansa trimmen solle, sei "nichts dran". Auch Malanik steht für "die Absicherung der Zukunft als eigenständiges Unternehmen", wie er betonte.

2007 "sicher positiv"

Konzernchef Ötsch sieht den weiteren Ausbau der Fokus-East-Strategie - mit bis zu vier neuen Destinationen pro Jahr - sowie der Qualitätsoffensive gestärkt und stellt die Ergebniserwartung der auf Turnaround-Kurs fliegenden AUA für das laufende Geschäftsjahr 2007 etwas positiver dar als bisher: Hieß es bisher lediglich, das bereinigte Ergebnis werde 2007 "nicht negativ" ausfallen, so sagte Ötsch gestern, es werde "sicher positiv" sein.