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AUA: Betriebsräte konnten ÖIAG-Beschluss nicht verhindern

Von WZ Online

Wirtschaft

Mit den Stimmen der anwesenden Kapitalvertreter wurde im Aufsichtsrat der Staatsholding ÖIAG (mit 42,75 Prozent Hauptaktionärin der AUA) am Freitag Nachmittag der Antrag auf einen bis zu hundertprozentigen Privatisierungsauftrag für die AUA beschlossen.


Die fünf Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat haben dagegen gestimmt. Sie sprachen am Abend von einem "skandalösen" Beschluss.

Die in der "ARGE ÖIAG" organisierten Betriebsräte kritisierten gegenüber der APA auch das Tempo, das die ÖIAG in Sachen AUA jetzt vorlegt. Zuerst hätten AUA-Chef Alfred Ötsch und ÖIAG-Chef und AUA-Präsident Peter Michaelis jahrelang untätig zugewesen, wie die AUA immer stärker ins Trudeln geraten sei. Jetzt habe man es plötzlich eilig und wolle "mit einem unüberlegten Ho-Ruck-Notverkauf die Beschäftigten für die Managementversäumnisse büßen lassen".

"Speed kills. Unter dieser mörderischen Parole verlief auch die heutige ÖIAG Aufsichtsratssitzung", berichten die Arbeitnehmervertreter. Vor der mehr als vierstündigen Sitzung hätten die Aufsichtsräte keine Zeit gehabt, sich entsprechend vorzubereiten. Sie sprachen von einer "überfallsartigen" Präsentation von "unprofessionellen Entscheidungsunterlagen", bestehend aus "hunderten Beraterfolien", darauf sei dann ein gesetzlich nicht vorgesehener Privatisierungsantrag gefolgt. Die Arbeitnehmer hatten protestiert, aber erfolglos. Sie fühlen sich jetzt "gnadenlos niedergestimmt".

Nach Worten des Sprechers der ÖIAG-Betriebsräte, Leopold Abraham, "gefährdet unüberlegtes und vorschnelles Handeln nicht nur die AUA und deren Beschäftigte, sondern den ganzen Wirtschaftsstandort".