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AUA-Ergebnisse abgestürzt

Von Christina Weniger

Wirtschaft

Der Kosovo-Konflikt, die unsichere politische Situation in der Türkei und die Erhöhung der Treibstoffpreise hätten den Ergebnisrückgang im 1. Halbjahr 1999 verursacht, sagte Austrian Airlines | (AUA)-Vorstandsdirektor Mario Rehulka gestern in der Halbjahrespressekonferenz. Eine Erhöhung der Ticketpreise sei aber nicht geplant.


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Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) sank von 392,6 (1. Halbjahr 1998) auf 13,2 Mill. Schilling (minus 96,6%), obwohl das Passagieraufkommen der Austrian Airlines Aviation Group

(AUA, Lauda Air und Tyrolean Airways) um 7,4% erhöht werden konnte. Eine Rücknahme der Produktion und die Vermietung der dadurch freiwerdenden Kapazitäten, ein Personalaufnahmestopp sowie eine

Überprüfung der geplanten Investitionen mit einem Gesamtvolumen von 400 Mill. Schilling sollten jedoch die Ergebnisbelastung im 2. Halbjahr teilweise kompensieren, sagte Rehulka. Dennoch werde das

EGT für das Gesamtjahr 1999 um ca. 40% unter dem Vorjahresniveau von 1,3 Mrd. Schilling liegen.

Die Ende Juni geschlossene Allianz von AUA, Delta Air Lines und Air France erfordere eine Neudefinition der eigenen Allianzpolitik. Derzeit würden fünf mögliche Allianzen geprüft, eine Entscheidung

solle im Herbst fallen, sagte Rehulka.

Was die Verspätungen im europäischen Luftverkehr betreffe, so habe die AUA durch das im April eingeführte "Pünklichkeits-Management" eine deutliche Verbesserung erreicht: Während in Europa die Zahl

der verspäteten Flüge um 37,3% zugenommen habe, waren es bei der AUA nur 21,3%. Rehulka betonte in diesem Zusammenhang erneut die Notwendigkeit einer gesamteuropäischen Flugverkehrssicherung. Er

wolle ein "Europa ohne Grenzen auch in der Luft". Ausserdem würde dies europaweit zu Treibstoffeinsparungen von 6 bis 12% führen. Die AUA könnte dadurch zwischen 60 und 120 Mill. Schilling an

Treibstoffkosten einsparen.

Über den neuen Kollektivvertrag für das Bordpersonal wollte sich Rehulka nicht näher äussern: Die Verhandlungen würden noch laufen, auf die Forderung des Betriebsrates von 5,8% könne man jedoch nicht

eingehen. Mit dem kaufmännischen Personal einigte sich die AUA auf eine Erhöhung des KV um 2,45%.