AUA-Management bleibt hart

Von Karl Leban

Wirtschaft

Bordpersonal will höhere Inflationsabgeltung - Betriebsversammlung am Dienstag, Flugchaos droht.


Dicke Luft bei der AUA: Dem Bordpersonal ist ein Inflationsausgleich von 7 Prozent, den der Vorstand nach einer weiteren Nachbesserung nun bietet, zu wenig. Nach mehreren ergebnislosen Verhandlungsrunden kommt es deshalb am Dienstag zu einer Betriebsversammlung am Airport Wien-Schwechat. Für den Beginn der neuen Woche zeichnen sich damit Flugverspätungen und -ausfälle ab.

Das Management bleibt indes hart. "Wir können kein Geld ausgeben, das wir nicht verdienen", sagte Francesco Sciortino, der im AUA-Vorstand für das operative Geschäft zuständig ist, am Freitag bei der Präsentation der Jahresbilanz 2022.

Den medial kolportierten Abbruch der Verhandlungen stellte Sciortino in Abrede: "Wir sind ergebnislos auseinandergegangen." Nachbesserungen werde es jedenfalls keine mehr geben, nachdem schon zweimal nachgebessert worden sei. Nachsatz: "Viele Mitarbeiter sagen uns, dass sie mit dem Angebot zufrieden sind."

"Auch 2022 war kein einfaches Jahr"

Wirtschaftlich geht es der AUA inzwischen wieder deutlich besser. So wie ihre deutsche Mutter Lufthansa hat die rot-weiß-rote Airline zuletzt merklich an Flughöhe gewonnen. Nach den Corona-Jahren 2020 und 2021, in denen Verluste von hunderten Millionen Euro angefallen waren, verkleinerte sich das Minus beim Betriebsergebnis (Ebit) im vergangenen Jahr auf 2 Millionen Euro. Bereinigt war das Ebit, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern, mit 3 Millionen Euro sogar leicht positiv.

"Auch 2022 war kein einfaches Jahr für uns", betonte AUA-Chefin Annette Mann. "Im ersten Quartal war der Flugverkehr aufgrund der pandemiebedingten Einreiseauflagen vielerorts noch sehr eingeschränkt, und im Februar sind mit einem Krieg vor unserer Haustür die Ausgaben für Treibstoff und Energie in die Höhe geschnellt."

Dass es mit dem Ergebnis dennoch steil aufwärtsging, begründete Mann mit einer "soliden Sommerperformance" und damit, dass sich die Passagierzahl im Gesamtjahr auf 11,1 Millionen mehr als verdoppelt und damit bereits 76 Prozent des Niveaus vom Vorkrisenjahr 2019 erreicht habe. Daneben hätten der AUA auch durchschnittlich höhere Ticketerlöse geholfen, den Umsatz um 152 Prozent auf knapp 1,9 Milliarden Euro und mit ihm das operative Ergebnis hinauf zu hebeln.

Fluglinie nimmt wieder Personal auf

Dass die AUA die Corona-Krise zu einem Gutteil bereits hinter sich gelassen, zeigt sich auch am Zubau von Personal. So stellte die Lufthansa-Tochter im Vorjahr rund 600 Mitarbeiter neu ein - heuer bisher 155. Ebenfalls ein positives Zeichen: Der 2020 mit der Belegschaft vereinbarte Verzicht auf Teile des Gehalts wurde per Ende 2022 vorzeitig beendet. Zudem übernahm die Airline wieder die vollen Beiträge für die Pensionskassen und zahlte sämtlichen Beschäftigten in drei Tranchen eine Teuerungsprämie in Höhe von bis zu 3.000 Euro.

Auch der österreichische Staat bekam zum Jahresende 2022 seinen Hilfskredit von der AUA vorzeitig zurückbezahlt. Dank einer guten Liquiditätsentwicklung und einer Kreditlinie der Lufthansa konnte der Carrier die von den ursprünglich 300 Millionen noch verbliebenen 210 Millionen Euro drei Jahre früher als geplant retournieren.

Heuer soll die AUA nach den Worten von Annette Mann "deutlich in der Gewinnzone landen". Die aktuellen Buchungseingänge sowie ein weiterer Flottenzuwachs im Frühsommer durch zwei Maschinen (A320neo) stellten dafür die ersten Weichen. Der anhaltende Aufwärtstrend im touristischen Segment schlage sich mittlerweile auch wieder in mittel- und langfristigen Buchungen nieder, berichtete Mann weiter. Im Sommer 2023 wird das Flugangebot mehr als 120 Destinationen mit sieben neuen Linienrouten - Porto, Marseille, Billund, Tivat, Tromsö, Vilnius und Palermo - umfassen.