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AUA spart fast 1000 Planposten ein

Von Karl Leban

Wirtschaft

2006 fiel mit 130 Mio. Euro abermals ein hoher Verlust an. | Fokus auf Osteuropa und Service-Offensive sollen AUA aus der Krise bringen. | Wien. Insgesamt 960 Planstellen fallen bei der Sanierung der AUA dem Rotstift zum Opfer. Konzern-Chef Alfred Ötsch hat am Mittwoch vor der Presse erstmals Zahlen zum geplanten Personalabbau genannt.


Demnach werden 500 Mitarbeiter - vor allem Piloten und Flugbegleiter - wie bereits angekündigt mit Golden Handshakes verabschiedet, für die in der Bilanz für 2006 in Summe 81 Mio. Euro rückgestellt wurden. Die AUA hat diese Sozialpakete geschnürt, weil sie mit Ende des Winterflugplans mehrere unrentable Langstreckenflüge nach Australien und Asien streicht.

Daneben werden im Zuge der Restrukturierung noch zusätzlich 460 Stellen eingespart - wobei laut Ötsch keine Kündigungen ausgesprochen werden. Der Personalabbau soll hier unter anderem über natürliche Abgänge erfolgen. Derzeit beschäftigt die AUA rund 8600 Mitarbeiter.

Erneut tiefrote Zahlen

Für den Neustart der angeschlagenen Fluggesellschaft hat Ötsch in die Vorjahresbilanz jedenfalls alle Kosten für die aufwändige Sanierung hineingepackt. Darum ist sie auch mit tiefroten Zahlen gespickt. Unter dem Strich flog die AUA 2006 einen Verlust von knapp 130 Mio. Euro ein. Zu den Lichtblicken zählte jedoch, dass die Flugumsätze zweistellig gesteigert werden konnten, mit 10,8 Millionen Reisenden ein neuer Passagier-Rekord erzielt wurde und das um den Sanierungsaufwand bereinigte Betriebsergebnis um 43,7 Millionen auf minus 8,3 Mio. Euro verbessert werden konnte. Das Ergebnis nach wie vor spürbar belastet haben die hohen Kerosin-Preise, die im AUA-Konzern mit Mehrkosten von 75,7 Mio. Euro zu Buche schlugen. Mit einem Hedging-Programm - dabei wird am Terminmarkt eine "Versicherungsprämie" gezahlt - will Ötsch nun gegensteuern und so 20 Prozent des jährlichen Treibstoffbedarfs gegen Preisausschläge absichern.

Jetzt kann sich die AUA das offenbar leisten, nach dem die Kapitalerhöhung im Herbst rund 350 Mio. Euro in die fast leere Kassa gespült hat. Laut Finanzvorstand Thomas Kleibl liegt die Eigenkapitalquote aktuell bei 25 Prozent.

Ausblick wenig konkret

Ob die AUA schon heuer - nach den "großen Weichenstellungen" des Vorjahres - im Ergebnis zumindest eine schwarze Null schreibt, ließ Ötsch in der Bilanz-Pressekonferenz offen. Zu Jahresende hatte er noch angedeutet, dies sei möglich.

Ötsch sagte nur: "Wir haben vor, besser zu werden. Heuer geht es darum, das abzuarbeiten, was wir 2006 eingeleitet haben."

So sollen nicht nur die Flug-Frequenzen im Osteuropa-Verkehr - da ist die AUA als Nischen-Player die Nummer eins - erhöht, sondern auch über eine Service-Offensive Punkte gesammelt werden. In der "Economy Class" wird wieder Essen serviert (ab Sommer von Do & Co auf allen Strecken), und noch im Mai sollen sämtliche Langstrecken-Maschinen mit komfortablen Schlafstühlen ausgestattet sein. Ötsch setzt dabei auch auf eine neue und "frechere" Werbelinie: "Wir wollen begeisterte Kunden."

Zu der jüngsten politischen Umwelt-Debatte um eine EU-weite Flugbenzin-Steuer sagte Ötsch: "Wenn das kommt, darf es keine Wettbewerbsverzerrung dadurch geben. Für Europa wäre das sonst der berühmte Schuss ins Knie."