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AUA speckt bei Fernflügen ab

Von Karl Leban

Wirtschaft
Verschärfter Sparkurs: Die drastisch gestiegenen Treibstoffkosten zwingen dazu.Foto: AUA

Produktion ab Wintersaison um 5 Prozent gedrosselt. | Kerosin-Zuschläge werden am 15. Juli erneut angehoben. | Wien. Bei der AUA, der dieses Jahr ein Verlust von bis zu 90 Mio. Euro droht, geht es nun wie erwartet ans Abspecken. Die dramatisch gestiegenen Sprit-Kosten und die schrumpfende Nachfrage in der Branche zwingen Konzern-Chef Alfred Ötsch, den Rotstift anzusetzen.


Künftig wird die AUA weniger in den Lüften sein - sie reduziert ihr Flugangebot. Aus dem Programm gekippt werden zwei Destinationen: London City Airport (bereits mit 18. August) und Chicago (mit Ende des Sommerflugplans). Chicago war erst im Frühjahr 2007 neu aufgenommen worden. Zusätzlich wird die AUA ihre Frequenzen bei Flugverbindungen innerhalb Westeuropas hinuntersetzen.

Das gilt auch für die Flüge nach Mumbai, die in den Wintermonaten von sieben auf fünf pro Woche zurückgenommen werden, und die Flüge nach New York und Washington, die die AUA ab Mitte Jänner 2009 bis zum Ende der Wintersaison von sechs auf fünf sowie von sieben auf sechs pro Woche reduziert.

In Summe wird die heimische Airline ihre Produktion im kommenden Winter damit um rund fünf Prozent zurückfahren. Von den derzeit 98 Flugzeugen werden nächstes Jahr drei weniger eingesetzt werden.

Airline kappt auch Jobs

Auch der Abbau von Personal ist - entgegen bisherigen Beteuerungen - ein Thema. Laut AUA soll er durch Fluktuation und Aufnahmestopp ausgesteuert werden. Zum Ausmaß hält man sich jedoch bedeckt. Hinter vorgehaltener Hand heißt es lediglich: "Heerscharen sind es keine." Was die am Donnerstag bekannt gegebenen Sparmaßnahmen unter dem Strich bringen sollen, wurde ebenfalls nicht beziffert.

Am stärksten sind die Beschneidungen des Angebots bei Flügen über den großen Teich. Hier nimmt die AUA ihre Kapazitäten um mehr als ein Fünftel zurück. "Gerade die Nordatlantik-Strecken sind durch den schwachen Dollar und den Konjunktureinbruch besonders unter Druck geraten", sagt AUA-Boss Ötsch.

Die starke Präsenz in den beiden Kernmärkten Osteuropa und Mittlerer Osten, in denen die rot-weiß-rote Airline nach wie vor punkten kann, wird indes nicht aufgeweicht. Ötsch: "Da haben wir wesentliche Stärken und Wettbewerbsvorteile."

Ob die jetzigen Maßnahmen ausreichen, den Kurs der AUA zumindest einigermaßen wieder zu stabilisieren, macht Ötsch von der weiteren Entwicklung der Luftfahrtkrise abhängig.

Vierter Schritt in Folge

Im Übrigen erhöht die AUA die Kerosin-Zuschläge kommenden Dienstag erneut - zum vierten Mal in diesem Jahr. Grund sind die nach wie vor steigenden Kosten für Flugbenzin. Für Kurz- und Mittelstrecken werden ab 15. Juli 27 (statt bisher 24) Euro kassiert. Für die Langstrecke sind es künftig 98 (statt 92) Euro.

Für die teilstaatliche AUA wird gerade geprüft, welche Airline als Partner in Frage kommt. Dass sich der Verkauf verzögern könnte, ist nach dem Platzen der Koalition sehr wahrscheinlich geworden. Zumal der noch fehlende Privatisierungsauftrag an die ÖIAG derzeit in der Luft hängt.

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