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AUA verfolgt neue Marktstrategie

Von Karl Leban

Wirtschaft

Größere Flugzeuge, mehr Sitzplätze und längere Arbeitszeit. | Zukunft der Marke "Lauda" wieder offen. | Wien. Bei der schwer defizitären AUA, die seit gut einem Monat zum Lufthansa-Konzern gehört, bleibt kein Stein auf dem anderen. Der Preisdruck durch die große Überlappung des Geschäfts mit Billigairlines zwingt das Unternehmen, sich neu aufzustellen, damit in absehbarer Zeit kein Geld mehr verbrannt wird. Ein Konzept - es trägt den Namen "Austrian Next Generation" - soll dabei den Weg weisen.


Die Eckpunkte dieses Papiers hat das AUA-Management am Dienstag der Presse vorgestellt. Was nicht gerade neu klingt, für die Sanierung der Fluglinie aber mehr denn je entscheidend ist: Die AUA muss nicht nur schlanker werden, sondern auch ihre Ressourcen besser einsetzen, damit die Produktivität steigt. "Am Ende des Tages müssen die Erlöse pro Sitzplatz ein Stückchen höher sein als die Kosten pro Sitzplatz", umreißen die beiden AUA-Chefs Peter Malanik und Andreas Bierwirth das Ziel. Gelingen soll das vor allem auch durch den Einsatz größerer Flugzeuge, ein erweitertes Sitzplatzangebot und längere Arbeitszeiten für das Bordpersonal.

Kleine Jets kommen weg

Künftig will sich die neue AUA jedenfalls vermehrt auf wichtige Mittelstrecken und große Märkte in West- und Osteuropa konzentrieren - und weniger auf Nischenmärkte. Da kleinere Jets wegen des generellen Trends zu fallenden Durchschnittspreisen unrentabel geworden sind, werden sie großteils aussortiert und durch größere Flugzeuge mit mehr Sitzplätzen ersetzt.

Im Gegenzug legt die Airline Teile ihres Charter-Geschäfts still. Der Charter soll erst dann wieder eine Rolle spielen, "wenn wir wachsen können", sagt Bierwirth. Intern steht die Charter-Marke "Lauda" indes neuerlich auf dem Prüfstand.

Was der AUA besonders zu schaffen macht, ist die scharfe Konkurrenz durch Billigflieger am Flughafen Wien - trotz des Wegfalls von SkyEurope. In Wien, so Bierwirth, liege der Anteil der Billigairlines bei 24 Prozent, während er am Lufthansa-Hub Frankfurt gerade einmal 4 Prozent ausmache. Verlorene Marktanteile wieder zurückgewinnen will die AUA mit deutlich billigeren Tickets (ab dem Sommerflugplan 2010), mit denen die zusätzlichen Sitze in den dann eingesetzten größeren Flugzeugen auch verkauft werden können.

Aderlass beim Personal

Gleichzeitig muss vor allem bei den Personalkosten eisern gespart werden. Malanik bekräftigte gestern, dass man von zuletzt 7200 Mitarbeitern in Richtung 6000 gehen müsse. Erklärtes Ziel ist, 2011 ein positives Betriebsergebnis (Ebit) einzufliegen. Gelingt das nicht, müsste die AUA die Langstrecke weiter schrumpfen. Dann würden zwei der derzeit zehn Langstrecken-Flieger wegfallen.

Siehe auch:Interview mit den AUA-Chefs Andreas Bierwirth und Peter Malanik