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AUA-Verkauf: Betriebsrat ist zufrieden

Von WZ Online

Wirtschaft

Junghans: AUA ist ein wertvoller Partner. | Wien. AUA-Betriebsrat Alfred Junghans ist zufrieden mit dem am Dienstag erzielten Kompromiss für die AUA-Privatisierung. So werde es möglich sein, eine starke Fluglinie in Österreich zu erhalten. Vor allem begrüße er den festgeschriebenen Erhalt eines österreichischen Kernaktionärs. Letztendlich gehe es darum, dass der Wirtschaftsstandort verteidigt werde, sagte Junghans im ORF-Morgenjournal.


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Junghans meint auch nicht, dass es etwa die Lufthansa abschrecken würde, wenn sie die AUA nicht zu 100 Prozent kaufen könne. Die AUA stehe nicht so schlecht da und sei ein wertvoller Partner, sagte er. Der AUA-Betriebsrat ruft zu vernünftigen Gesprächen auf und auch dazu, die betroffenen Menschen darin mit zu berücksichtigen. Dass die AUA nach außen hin negativ dastehe, gründet laut Junghans in der Kommunikationspolitik des Managements in den vergangenen Wochen. Einen Notverkauf der AUA um jeden Preis lehne er - trotz Zufriedenheit mit dem Kompromiss - dennoch entschieden ab.

Wie berichtet, haben sich die Regierungsparteien darauf geeinigt, dass die heimische Fluglinie komplett privatisiert werden könne, sofern es einen heimischen Kernaktionär gibt. Das heißt, die Staatsholding ÖIAG, die die Anteile des Staates an der AUA verwaltet, darf alle ihre Aktien verkaufen, muss aber sicherstellen, dass mindestens ein Viertel der AUA-Aktien unter österreichischer Kontrolle bleiben. Ein Partner - genannt wird immer wieder die deutsche Lufthansa - müsste alle Entscheidungen dann mit den österreichischen Eigentümern abstimmen.

Keinen Grund zum Jubeln über die AUA-Privatisierung sieht dagegen die KPÖ. "Hauptsache Privatisierung ist das Motto der regierenden rot-schwarzen Koalition", so KPÖ-Wirtschaftssprecher Michael Graber in einer Aussendung. Ähnlich wie 2003 beim Abverkauf der voestalpine ließen sich auch bei der AUA wieder verschiedene Banken und Versicherungen wie Raiffeisen und Wiener Städtische als "Retter" feiern. Im Unterschied zu einer politisch zu entscheidenden staatlichen Beteiligung gebe es für eine private "Sperrminorität" aber keinerlei Garantie.

Begrüßt wird die Entscheidung, dass Österreich auch künftig eine Sperrminorität an der AUA halten wird, dagegen von der FPÖ. Damit sei einer FPÖ-Forderung teilweise Rechnung getragen worden, meinte FPÖ-Luftfahrtsprecher Norbert Hofer. Nicht zu verstehen sei allerdings die Ausklammerung des Flughafen Wien.

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