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Auch beim Postbus droht Streik

Von Veronika Gasser

Wirtschaft

Der Betriebsrat der Postbus AG will im Falle des Verkaufs von Postbus-Anteilen die Arbeit niederlegen. "Gegen eine Teilprivatisierung müssen wir streiken", meint Betriebsratschef Robert Wurm. Da die Eisenbahner ebenfalls gegen die Bahnreform protestieren werden, bietet sich für Wurm ein gemeinsames Vorgehen gegen die Regierungspläne an. Der ÖAMTC befürchtet ein Verkehrschaos und warnt vor Panikreaktionen.


Trotz Überstundenboykott und Streikdrohungen der PostbusGewerkschaft schließen die ÖBB weiterhin Störungen und Ausfälle im Großraum Wien aus. Es gibt Notfallskonzepte mit Ersatzbussen, ob diese im Fall eines konzertierten Busfahrerprotestes auch zum Tragen kommen, ist noch offen. Der ÖAMTC warnt jedoch vor einem Chaos auf Wiens Einfallsstraßen, wenn 100.000 Pendler, die sonst mit den Öffentlichen unterwegs sind, auf das Auto umsteigen.

Die Postbus-Gewerkschafter machen zum Streik mobil. Sie sind über die Zusage der ÖBB, einen Teil des Busbereichs an Private abzugeben, empört. Denn das Kartellgericht hatte in seinem Urteil keine Auflagen zur Übertragung des Postbusses an die Bahn erteilt. Ein Regierungsbeschluss hat diese Privatisierung vorgesehen. "Durch diese Praxis wird das Rechtssystem in Frage gestellt. Das Kartellgericht führt sich ad absurdum," betont Wurm.

Doch die ÖBB planen trotz der Gewerkschaftsdrohungen den Regierungsauftrag einzuhalten. Laut Sprecher, Andreas Rinofner, wird der Teilverkauf bereits vorbereitet. Heute sollen erste Details fixiert werden. Fest steht jedenfalls, dass die Privaten nicht nur Teile des Postbusses, sondern auch jene des Bahnbusses übernehmen müssen. Für Postbus-Chefin, Wilhelmine Goldmann ist die Teilprivatisierung verkraftbar. Allerdings nur dann, wenn ihr Unternehmen als eigenständige Aktiengesellschaft erhalten bleibt. Goldmann plädiert dafür, dass der Bahnbus in den Postbus integriert wird und nicht umgekehrt. Binnen eines Jahres könnte dieser Vorgang weitgehend abgeschlossen sein. "Wichtig ist, dass ein funktionstüchtiges Unternehmen, das Gewinne macht, übrig bleibt und kein Fleckerlteppich." Länder und Verkehrsverbünde hätten denselben Wunsch, denn die Zusammenarbeit sei bisher zufriedenstellend gelaufen. Auch Aussagen des Verkehrsministers über "den gesunden Postbus" stimmen dessen Chefin optimistisch. Der Verkauf sollte laut Goldmann von einer Investmentbank durchgeführt werden, die von ÖBB und Postbus gemeinsam gewählt wird.