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Auch Bilder lügen im Internet

Von Christina Böck

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Es hat ja wirklich zu beschaulich ausgesehen. Die Sphinx unter einer Schneedecke! Ja, gibt’s denn so was. Offenbar ja, denn im Internet kursierten Ende vergangener Woche solche Bilder. Da hatte es in Ägypten tatsächlich zum ersten Mal seit 112 Jahren geschneit. Was wäre da symbolischer gewesen als die Sphinx im Schnee?

Ja, wäre schön gewesen. Allein, wer diesen Bildern Glauben geschenkt hat, ist einer Fälschung aufgesessen. Die beschneite Sphinx stammte bloß aus einem japanischen Miniaturenpark wie Minimundus.

Mit großer Hingabe wurde die Schneesphinx in den sozialen Netzwerken geteilt. Das zeigt wieder einmal, dass man den Informationen auf Facebook und Twitter nie ganz ohne Check glauben sollte. Innerhalb einer Woche war das schon das zweite Bild, das durch das Internet schwappte und log.

Denn wer hat es nicht gesehen, das Foto, auf dem sich Barack Obama, die dänische Premierministerin und der britische Premier selbst ablichten - ausgerechnet während der Trauerfeier für Nelson Mandela. Michelle Obama sieht daneben recht indigniert aus. Nun hat sich der Fotograf der Szene zu Wort gemeldet, überrascht darüber, dass nicht wenige diese Aktion Obamas geschmacklos fanden. Er erklärte, dass die First Lady nur in diesem Augenblick gerade grantig schaute und überhaupt dieses "Selfie" nicht so unangemessen war, denn diese Party für Mandela mit tanzenden Menschen und munterer Musik könne man nicht mit einem herkömmlichen Requiem vergleichen. Oft ändert schon die Perspektive die Wahrheit.