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Auch der Staat muss um die Besten kämpfen

Von Stephanie Dirnbacher

Wirtschaft

Image aufpolieren, um für Bewerber | interessant zu sein. | Private Personaldienstleister helfen. | Wien. Das weit verbreitete Image des gemütlichen "Obizahrers" müssen Beamte loswerden. Sonst wird der öffentliche Dienst nicht wirklich als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen und bleibt bei der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern auf der Strecke.


In diesem Punkt waren sich die Personalexperten bei der Veranstaltung der Bundesbeschaffungsgesellschaft (BBG) über Personalberatung am Mittwoch einig. Dabei haben sich die Jobs in der öffentlichen Hand zum Positiven geändert, glaubt Margareta Holz, Partnerin im Beratungsunternehmen Wentner-Havranek. "Es geht nicht mehr nur um rein administrative Aufgaben", meint sie. Auch ihre Branchenkollegin Charlotte Eblinger aus der Geschäftsführung von Eblinger & Partner ist überzeugt, "dass es viele Vorteile gibt, bei der öffentlichen Hand zu arbeiten". So könnte der Karriereweg im Staatsdienst bis zur Europäischen Union führen, was in der Privatwirtschaft nicht möglich ist.

Das Problem sei nur, dass diese Vorteile nicht richtig verkauft werden. Das könnte zu einem massiven Problem für öffentliche Institutionen werden. Denn die Arbeitsmarktlage sieht nicht rosig aus, wie der Geschäftsführer von Manpower Österreich, Erich Pichorner, bei der Veranstaltung anschaulich demonstriert: "Im Jahr 2010 wird jede dritte Erwerbsperson älter als 45 Jahre sein. Die Jungen werden weniger", erklärt er. Jedes Unternehmen müsste sich mit dem Mangel an High Potentials und der steigenden Zahl der älteren Arbeitnehmer auseinander setzen.

Für die Personalabteilungen der öffentlichen Verwaltung stellt der Arbeitskräftemangel eine große Herausforderung dar. Einerseits fehlen ihnen Ressourcen, andererseits oftmals auch die Qualifikation, um sich um den Nachwuchs zu kümmern.

Für Karl Piswanger, Geschäftsführer bei Pendl & Piswanger, ist das alarmierend. Mitarbeiterentwicklung und leistungsorientierte Bezahlung sind in der Privatwirtschaft gang und gäbe und werden auch dem Staat nicht erspart bleiben, meint der Personalberater. Nur so könne man gute Mitarbeiter halten.

In Mitarbeiter investieren

Personalentwicklung ist auch für das Wirtschaftsministerium (BMWA) ein wichtiges Thema. Nach Dienstantritt werden Akademiker für neun Monate auf Jobrotation geschickt und durchlaufen dabei mehrere Posten, erklärt Maria Muntner, Abteilungsleiterin für Aus- und Weiterbildung im Ressort. Darüber hinaus bietet das BMWA Trainings in allen möglichen Bereichen an. "Aufgrund der Personaleinsparungen sind permanente Qualifizierungsmaßnahmen für die Mitarbeiter notwendig", so Muntner. Dabei werden etwa die Hälfte der Ausbildungsmaßnahmen von privaten Dienstleistern wahrgenommen, weil "interne Trainer nicht für alle Bereiche zur Verfügung stehen".

Auch der BBG-Geschäftsführer Andreas Nemec setzt auf private Personaldienstleister, "weil diese professioneller sind". Die BBG hat mit 16 Personaldienstleistern Rahmenvereinbarungen abgeschlossen. Wenn eine öffentliche Stelle Hilfe bei der Mitarbeitersuche braucht, kann sie diese Unternehmen in Anspruch nehmen.