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Auch Österreich erzeugt nun islamkonformes Essen

Von Stefan Beig

Wirtschaft

Halal-Gütesiegel als Garantie für muslimische Kunden. | Normungsinstitut erstellte europaweit erste ON-Regel. | Wien. Was für Juden koscher ist, nennen Muslime "halal" (Arabisch: erlaubt). Wie im Judentum unterliegen auch im Islam Grundbedürfnisse wie das Essen religiösen Vorschriften. Das österreichische Normungsinstitut hat nun erstmals in Europa eine ON-Regel mit klar definierten Vorgaben für die Vergabe von Halal-Zertifikaten erstellt.


"Das Zertifikat gibt dem Kunden 100-prozentige Sicherheit", betont Günther Ahmed Rusznak vom Islamischen Informations- und Dokumentationszentrum Österreich (IIDZ) bei einer Pressekonferenz mit heimischen Lebensmittelherstellern. Das IIDZ, das unter anderem Produkte der Wursthersteller Alpruf, Moser und Messner, sowie Gewürze von Wiberg und Kamelmilchschokolade von Manner zertifiziert, veranlasste im Vorjahr die Erstellung der ON-Regel, an die sich nun alle Zertifizierer halten müssen.

Hauptkriterien sind: Kein Schweinefleisch, kein Alkohol und die Anrufung Gottes bei der Schlachtung. Der gesamte Produktionsverlauf muss zur Vergabe des Gütesiegels kontrolliert werden: Zutaten, Wursthäute oder Füllstoffe dürfen keine Alkoholpartikel enthalten, auch bei der Lagerung darf es zu keiner Verunreinigung kommen.

Zurzeit profitiert primär der Export in den arabischen Raum von dem Zertifikat. Noch unerforscht ist das Potenzial am heimischen Markt. "Muslime bilden einen Teil unserer Kunden", meint Nicole Berkmann von der Handelskette "Spar". Künftig könnten sicher auch Halal-Produkte zu den gelisteten Artikeln gehören. Dass die Bezeichnung halal abschrecken wird, glaubt Berkmann nicht: "Es gibt ohnehin immer mehr Zertifikate. Das Spektrum reicht von laktosefrei bis zu bio. Wir nehmen auf die verschiedensten Ernährungsbedürfnisse unserer Kunden Rücksicht."