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Auch Wiener Börse dreht ins Minus

Von Werner Michael Szabó

Wirtschaft

Wie sich schon seit einiger Zeit angekündigt hatte, konnte der österreichische Aktienmarkt dem massiven Druck der internationalen Börsen nicht mehr standhalten. Die bis Donnerstag noch gehaltene positive Performance im laufenden Jahr gehört damit der Vergangenheit an. Die dritte Septemberwoche war von Hoffnungslosigkeit und einem kräftigen Kurseinbruch auf breiter Front geprägt.


Viel zu stark war in dieser Woche der Druck der internationalen Finanzmärkte. Weltweit ist die Unsicherheit an den Börsen besonders ausgeprägt, denn für die Marktteilnehmer sind die endgültigen Folgen der Terroranschläge in den USA absolut nicht vorhersehbar. Die Kriegs- und Rezessionsängste belasteten die Börsen weltweit. Vor allem gegen Wochenschluß ist richtiggehend Panik ausgebrochen, zumal eine militärische Auseinandersetzung immer wahrscheinlicher wird. Die Investoren fürchten, daß es nicht bei einem überlegten, limitierten militärischen Gegenschlag gegen die Urheber der Anschlagsserie bleibt. Offensichtlich ist die Meinung stark verbreitet, dass das militärische Einschreiten länger dauern könnte, wodurch die Unsicherheit noch mehr wächst.

Die Wiener Börse war zunächst vom Geschehen an den Weltbörsen scheinbar unbeeindruckt, geriet aber mit Fortdauer der Woche immer stärker in deren Sog. Vor allem am Freitag ist richtiggehend Panik ausgebrochen, wobei der ATX zwischenzeitlich auf ein neues Jahrestief abgerutscht ist. Kaum einer Aktie ist es gelungen, sich dem massiven Abwärtstrend zu entziehen.

Der Wiener Leitindex ATX, der am Freitag Nachmittag schon bei 1.036,60 Zählern gelegen war, schloß die dritte Septemberwoche mit 1.059,81 Punkten. Im Wochenabstand bedeutet dies einen Rückgang um 5,6% und seit Jahresende 2000 ein Minus von 1,3%. Der den Gesamtmarkt umfassende WBI schwächte sich in der Berichtswoche um 3,9% auf 444,72 Punkten ab. Seit Ultimo 2000 hat er damit 2,7% verloren. Die Im ViDX abgebildeten wachstums- und technologieorientierten Werte gingen in der Berichtswoche um weitere 4,7% zurück, womit der Verlust seit dem Jahreswechsel bereits auf 27,9% summierte. In der abgelaufenen Woche konnten sich im ViDX überraschend zwei Werte (Palfinger und JoWooD) entgegen dem allgemeinen Abwärtstrend erhöhen, nachdem in der Vorwoche noch alle im Minus waren.

Im ATX-Markt konnten lediglich EVN, Austria Tabak und Mayr-Melnhof ihr Kursniveau halten, während alle übrigen Kurseinbußen hinnehmen mußten. Massiv eingebrochen sind CyberTron (-24,9%), Libro (-19,6%), VA Tech (-17,5%) und BWT (-16,7%). Um mehr als 10% abgeschwächt haben sich allerdings auch Austrian Airlines, Voest-Alpine, Head und Wolford.

Im Specialist Market waren HypoVereinsbank mit einem Minus von 21,4% der Verlierer in diesem Segment. Massiv verloren haben auch stage1.cc (-19,4%), Do & Co (-17%) und Porr Vorzug (-13,4%). Letztere notierten mit 37,75 Euro nun schon um mehr als 60% unter ihren Stammaktien. Üblicherweise werden Vorzugs- gegenüber Stammaktien mit einem Abschlag von 20 bis 30 Prozent gehandelt. Positiv abheben konnten sich mit Kursanstiegen bis knapp über 4% Palfinger, gefolgt von Admiral, UNIQA und JoWooD.

Bei den im C-Markt notierten Small Caps haben fünf Aktien mehr als 10% verloren. Die stärksten Kurseinbrüche verzeichneten Voith Sulzer Vorzug (-20%), Heid (-17,6%), Burgenland Holding (-17,3%), Stadlauer (-15%) und Grass (-12,5%). Deutlich schwächer notierten außerdem Vogel & Noot Vorzug, ATB und Rath. Einen 7,5%igen Kursanstieg verzeichneten überraschend Viso Data.

Werner M. Szabó ist Redakteur der Zeitschrift bankundbörse