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Auf der Suche nach den Rosinen unter den Berliner Zinshäusern

Von Petra Medek aus Deutschland

Wirtschaft

Metropole mit günstigen Renditen. | Experte: "Berliner Mietmarkt ist das Paradies". | Berlin. Österreichische Immobilien-Unternehmen haben es in den letzten Jahren verstärkt auf Zinshäuser in Berlin abgesehen. Dabei spielen aber nicht nur das ähnliche Rechtssystem in Deutschland und Österreich oder die gemeinsame Sprache eine Rolle. Wirklich sexy macht die Immobilien an der Spree aber der Preis: Denn Berlin hat trotz langsamer, aber stetiger Verteuerungen im internationalen Vergleich immer noch besonders niedrige Wohnimmobilienpreise. Dabei locken Renditen um die 6 Prozent.


Während die Preise für Wohnimmobilien seit 1996 in Großbritannien um satte 146 Prozent und in Frankreich immerhin noch um 90 Prozent gestiegen sind, gab es in Deutschland einen Rückgang um 2 Prozent, erläutert Johannes Köhn, Chef der Sparkassen Immobilien AG in Deutschland. Doch hier gilt es, die Spreu vom Weizen zu trennen: Investments zahlen sich nur aus, wenn die jeweilige Region wirtschaftlich Zukunft hat, betont man bei der s-Immo.

Die börsenotierte Gesellschaft ist seit 2005 in Deutschland und seit 2006 in Berlin präsent und hält dort derzeit 117 Immobilien, weitere sollen folgen.

Und gerade in Berlin zahle sich das "Cherry-Picking" bei Miethäusern, also das Herauspicken von einzelnen Objekten in hoffnungsträchtigen Lagen, aus, betont Köhn.

Die Gründe dafür sind vielschichtig: Die Ostöffnung, die hohe Konzentration an Wissenschaftseinrichtungen, aber auch die wachsende Bevölkerung sprechen für Berlin. "Wenn Sie Ihr Geld woanders investieren wollen, sehen Sie das bitte als Hobby", gibt sich Köhn überzeugt.

Ähnlich euphorisch ist auch Bernd Manchen von der Wiener Magan Holding. Berlin sei eine Weltmetropole und Anziehungspunkt für Junge und Kreative geworden, meint er. In Kooperation mit der Stumpf-Holding hat sein Unternehmen 1500 Wohneinheiten in Berlin.

Miete im Schnitt 5 Euro

Die Arbeitslosenrate ist mit 17,5 Prozent zwar immer noch hoch, sinkt aber jedes Jahr im Schnitt um 1,5 Prozentpunkte. Dass die Durchschnittseinkommen relativ niedrig ist, trübt die Freude der Investoren nur geringfügig. Denn selbst Häuser, in denen nur niedrige Mieten (rund 3,50 Euro pro Quadratmeter) für Substandardwohnungen mit Kohleöfen verrechnet werden können, sind im Portfolio gern gesehen. Solche Objekte sind nicht nur "wirklich günstig" zu haben, sondern auch nach Sanierungen leicht zu vermieten, denn die Nachfrage ist groß. Der Leerstand liegt in Berlin bei 5 Prozent, die durchschnittliche Miete ohne Betriebskosten ungefähr bei 5 Euro pro Quadratmeter.

Auch der Umstand, dass die Miethöhen nicht frei, sondern an den sogenannten Mietspiegel gebunden sind, bereitet Manchen keine Sorgen. Denn ebenso ist gesetzlich geregelt, dass die Miete innerhalb von 3 Jahren um bis zu 20 Prozent erhöht werden darf. Für Manchen ist klar: "Der Berliner Mietmarkt ist für Investoren das Paradies".