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Auf der Suche nach Eiern und Zeit

Von Christina Böck

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Wenn einem die nicht irgendwann in der Bilanz abgehen: Laut einer Studie suchen Frauen 76 Tage ihres Lebens irgendetwas in ihrer Handtasche. Das ist schon eine beeindruckende Zahl. Das sind die Urlaube von ungefähr drei Jahren! So gesehen also doch wieder nicht so viel. Ähnliche Studien gibt es übrigens nicht für die Lebenszeit, die beim Eiersuchen draufgeht. Klar ist, dass es heuer länger dauern wird, wenn man die Eier nicht gefärbt hat. Gut, die weißen fallen dann ja auf, wenn der Schnee endlich doch taut - irgendwann im August.

Nicht wenige Eier teilen ja das Schicksal des asaisonalen Gefundenwerdens. "Ja, da war schon noch ein zehntes. Irgendwo . . .", hört man dann am Ostermontag nach der Kaffeejause gerne mal. Ja, der Feiertagsstress fordert halt sein Tribut. Eine britische Kirche hätte da jetzt Abhilfe, entspannungstechnisch. Die St. Peter’s Church in Seaford, East Sussex hat sich nämlich etwas Besonderes überlegt, um Spenden für die Renovierung zu keilen: In der kleinen Kirche aus dem 12. Jahrhundert wurde einfach eine halbe Stunde Stille aufgenommen. Man hört fast nichts, außer ein paar leisen Schritten und knackendes Holz. Das ist übrigens nicht die erste Kirche aus der Zeit, die auf die Marketingkraft der Ruhe vertraut: In der Wiener Ruprechtskirche kann man seit elf Jahren freitagabends gegen den Lärm des Bermudadreiecks anmeditieren. Die CD aus Seaford ("The Sound of Silence") ist übrigens zum Verkaufsrenner avanciert - John Cage könnte neidisch werden. Vielleicht auch eine Art, sich die durch heimtückische Handtaschen gestohlene Zeit zurückzuholen.