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Auf der Suche nach Wahrheit verirrt

Von Simon Rosner

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Es ist ein Glück, dass die Torlinientechnologie noch nicht bei der EM erlaubt war. Der Schiedsrichter im Ukraine-England-Match hätte nämlich ansonsten ein irreguläres Tor anerkennen müssen. Dem nicht gegebenen Treffer der Ukrainer war nämlich eine Abseitsstellung vorangegangen. Auf der Suche nach Wahrheit im Sport kann man sich bisweilen auch verirren. Und genau das passiert der Fifa gerade, wie das EM-Beispiel beweist. Dabei lassen sich technisch auch Abseitsstellungen anzeigen, man müsste die Spieler nur mit Chips ausstatten. Doch auch das hilft nicht, den Grundgedanken der Abseitsregel zu entsprechen. Die Idee ist: Der Angreifer hat einen illegalen Vorteil, wenn er vor dem Verteidiger ist. Doch wenn man die Positionen der Spieler auf den Millimeter genau bestimmt, gibt es nur noch in der Theorie die in den Regeln erlaubte "gleiche Höhe". Ein Vorsprung von einem Zentimeter wäre dann Abseits, auch wenn es kein Vorteil wäre.

In manchen Sportarten wird die Sekunde längst in Tausendstel gebrochen, um Sieger zu ermitteln. Dabei will man in einem Wettkampf den Besten ermitteln. Doch ist jemand wirklich besser, der 1/1000 vorne ist? Der Fußball hat das nicht nötig, er kann es sich leisten, auf Millimetergenauigkeit bei Tor, Out oder Abseits zu verzichten. Durch die Einführung der Technik wird der Fußball komplizierter, nicht gerechter.