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Auf die Stimme kommt es an

Von Eva Mandl

Wirtschaft
Stimmtrainer Fischbacher hilft, den richtigen Ton zu treffen. stimme.at

Geschäftsführer, Führungskräfte, Personalisten und Trainer setzen zunehmend auf angenehme Stimmen und investieren in Stimmbildungsseminare.


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Wer kennt sie nicht, die leisen und monotonen Stimmen, die jede Präsentation und jeden Vortrag unerträglich und einschläfernd machen? Auch eine zu hohe, zu schrille oder krächzende Stimme kommt nicht gut an. Stimmt die Stimme nicht, sinkt die Stimmung.

Versagt im entscheidenden Moment die Stimme, sind selbst die spannendsten Inhalte und die besten rhetorischen Tricks zwecklos. "Worte können noch so sorgfältig und erstklassig gewählt werden, treffen die Sprecher den falschen Ton, ist die gewünschte Wirkung dahin", sagt Arno Fischbacher, Stimmtrainer und Initiator vom Netzwerk der europäischen Stimmexperten stimme.at, im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Das ist nicht neu: bereits eine Studie des US-Psychologen Albert Mehrabian aus den siebziger Jahren belegt, dass die Stimme zu 38 Prozent ausschlaggebend dafür ist, wie ein Mensch auf andere wirkt - ob er überzeugt oder nicht. Nur 7% steuert der Inhalt und 55% die Körpersprache bei.

Dass Klang, Tonfall und Sprachmelodie zur Karriere beitragen, ist auch Führungskräften und Personalisten nicht fremd: "Eine gute Stimme dringt zum Logenplatz im Kundengehirn vor. Im Verkauf ist eine gut trainierte und sympathische Stimme für den Erfolg entscheidend", ist Hans Eicher, Stimmtrainingsseminar-Absolvent, Autor und langjähriger Leiter der Personalentwicklung im Porsche Konzern überzeugt.

Wer sich durchsetzen will, braucht Stimme

"Eine wohlklingende Stimme vermittelt Durchsetzungsvermögen, Vertrauen, Glaubwürdigkeit, Kompetenz und Sympathie", bestätigt Fischbacher. Alles Fähigkeiten die heute in den meisten Berufen erwartet werden. Mitarbeiter mit einer klangvollen, charismatischen und sicheren Stimme setzen sich in Meetings, Präsentationen und Verkaufsgesprächen besser durch. "Mängel in Sprechweise, Stimme und Atmung sind wie eine schlechte Gewohnheit", so der Stimmexperte, "angelernt und deshalb auch wieder gut zu verändern". In speziellen Stimmseminaren lernen Manager das eigene stimmliche Potenzial auszuschöpfen, ihre Stimme zielorientiert einzusetzen, die Sprechsicherheit zu stärken und die Atemtechnik zu verbessern. Eine positive, mitreißende Wirkung ist demnach kein Geschenk der Natur, sondern effizient trainierbar. Was aber zeichnet eine Stimme aus, die den Kampf um die Aufmerksamkeit des Zuhörers gewinnt? Zu ihrer Wirkung tragen Tonhöhe, Klangfarbe, Modulation, Rhythmus, Satzmelodie, Volumen und Lautstärke bei. Das Zusammenspiel dieser Faktoren entscheidet über den Sympathie- und Überzeugungsfaktor eines Menschen.

Was die Stimme verrät

Die ersten Sekunden eines Gesprächs entscheiden, ob und wie wir beim anderen ankommen. Schon ein kurzes "Hallo" am Telefon hinterlässt Eindruck. Unsicherheit, Ärger, Nervosität, Begeisterung und Freude lassen sich aus Stimmlage und Sprechtempo heraushören. Der Klang der Stimme macht hörbar, wer wir sind, wofür wir stehen und wofür wir uns halten. Sie beeinflusst laut Fischbacher die Qualität des Geschäftskontaktes und den Geschäftserfolg.

Nach einer Studie der Wiener Motivforscherin Helene Karmasin zum Trendfaktor Stimme sind 80% der 152 Befragten der Meinung, dass Stimme wesentlich zum beruflichen Erfolg beiträgt, vor allem im Verkauf, in der Beratung sowie für Telefonisten, Trainer, Referenten und Führungskräfte. Die Zukunft sieht stimmgewaltig aus: 47% der Befragten wollen in ihren Wohlklang investieren, 53 wollen die Stimmen ihrer Mitarbeiter schulen lassen. IBM Österreich, die Spar AG in Salzburg, Trimedia Communications Austria, die Siemens AG, Porsche, Wüstenrot, Bank Austria Creditanstalt und andere setzen mittlerweile auf Stimmtraining. So betrachtet, steht stimmigen Vorträgen, mitreißenden Präsentationen und überzeugenden Auftritten künftig nichts mehr im Weg.

Informationen unter http://www.stimme.at