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Aufatmen in Wiens größter HTL über Luftfilter

Von Karl Ettinger

Politik

Rund 1.000 Geräte hat das Bildungsministerium für besseren Corona-Schutz bisher an die Schulen liefern lassen, 4.000 wurden angefordert.


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Wien. So leicht kann man auch technik-affinen Schulleitern mit einem relativ einfachen Gerät eine Freude machen. Mit knapp 3.000 Schülern ist das TGM in Wien-Brigittenau die größte Höhere Technische Lehranstalt (HTL) in der Bundeshauptstadt und die zweitgrößte nach jener in Mödling. Insgesamt 17 mobile Luftreinigungsgeräte, zehn größere und sieben kleinere, hat das TGM vom Bildungsministerium erhalten, damit Schüler und Lehrpersonal in den Klassenräumen besser vor Corona-Infektionen gefeit sind.

Das mehrstöckige Schulgebäude im 20. Wiener Bezirk hat zwar Fenster, die sind aber aus Sicherheitsgründen mit einer Vorsatzscheibe versehen, wodurch die Luftzirkulation stark eingeschränkt ist. Da geht nichts mit Stoßlüften, wie das sonst von Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) für Schulklassen als wirksamste Maßnahme gegen zu viele Aerosole empfohlen wird.

TGM-Direktorin ist heilfroh über Luftreinigungsgeräte

Ohne Extra-Arbeitsaufwand können die Luftreiniger allerdings nicht betrieben werden. Schulleiterin Victoria Puchhammer-Neumayer ist dennoch sehr erfreut, dass das Ministerium vorerst 17 Geräte bereitgestellt hat, weitere sollen noch folgen.

"Es ist eine sehr intensive Sache, aber wir sind sehr froh, dass wir sie haben", sagt die TGM-Direktorin am Dienstag im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Denn die Luftfilter müssen am Abend abgestellt und in der Früh neu angeworfen werden. Das nimmt man aber gern in Kauf.

Es war eine Hauruck-Aktion. Zwar setzt Faßmann vor allem auf die dreimal wöchentlich stattfindenden Corona-Tests, wobei es einmal wöchentlich in allen Schulen die verlässlicheren PCR-Tests sein müssen - Wien macht sogar zwei PCR-Tests.

Damit sollen Corona-Infektionsherde in Schulen möglich hintangehalten werden. Der öffentliche Druck vor allem auch durch Eltern und ihre Vertreter hat in den vergangenen Monaten aber dazu geführt, dass im neuen Schuljahr 2021/22 nun verstärkt Luftreiniger in den Schulen zum Einsatz kommen werden.

Insgesamt rund 4.000 derartige Geräte sind von den Schulen bisher angefordert worden. Diese Zahl wurde der "Wiener Zeitung" im Bildungsministerium genannt. Rund tausend davon sind wie im TGM bereits ausgeliefert worden. Dabei war das Nachrüsten mit Luftfiltern erst Anfang August in Aussicht gestellt worden.

Der Bildungsminister setzt zwar weiter auf das Stoßlüften in Klassenräumen, um die Ansteckungsgefahr möglichst zu reduzieren. Allerdings hat er eingeräumt, dass dies nicht in allen Schulklassen möglich ist, weil Fenster nicht vorhanden sind oder sich diese wie im TGM nicht weit genug öffnen lassen.

Bildungsministerium trägt Kosten für mobile Geräte

Erst in der zweiten Hälfte der Sommerferien und somit relativ kurzfristig wurden die Schulen aufgefordert, den Bedarf anzumelden. Das vorläufige Ergebnis der Aktion steht mittlerweile fest: 4.000 Geräte wurden geordert, 1.000 schon an Schulen ausgeliefert. Die meisten davon in Ostösterreich, wo in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland schon am Montag der Vorwoche Schulbeginn war.

Allerdings gibt es eine Änderung. Die Kosten für die 4.000 mobilen Luftfilter werden zur Gänze vom Bildungsministerium getragen. Im August hatte es noch geheißen, der Bund werde einen Förderbeitrag für den Einbau von Luftreinigern zahlen, die weiteren Kosten müssten von den Schulen getragen werden. Um einen raschen Einsatz im neuen Schuljahr zu gewährleisten, wird jetzt auf mobile Geräte auf Kosten des Bildungsressorts gesetzt.

Längerfristig bleibt es bei der Strategie des Bildungsressorts zur einfacheren Reinhaltung der Luft in den Schulen. Bereits beim Umbau und der Sanierung bestehender Schulgebäude soll demnach auf diese Fragen Rücksicht genommen werden. Für den Neubau von Schulen gilt das ohnehin, um sich nachträgliche Einbauten oder mobile Luftfilter in Klassen zu ersparen.