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Aufruf zum Protest der Künstlerinnen

Von Eva Stanzl

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Mit der Ausstellung "100 Jahre Frauentag" will das Museum für Volkskunde zeigen, wie die Frauenbewegung ihre Anliegen in die Mitte der Gesellschaft getragen hat. Das hat sie zweifelsohne, doch nicht allerorts. Zwar haben sich die Rollenbilder im Großen und Ganzen gewandelt. Doch in manchen Bereichen stehen wir noch am Anfang.


Eine international bekannte Liste der bestverdienenden Künstler zeigt, wie der Hase läuft.Angeführt von Andy Warhol sind Platz eins bis sechs von Männern besetzt (2010). Es folgt Cindy Sherman an siebenterStelle.Unterden Top-100-

Künstlern sind nur 13 Frauen. Immerhin, könnte man zynischerweise einwerfen, dürfen sie dank der Frauenbewegung unter ihrem Namen malen.

Doch der Blick muss gar nicht bis zu den internationalen Stars schweifen. Auch an der Basis hapert es - und daheim. In Österreich ist das Einkommen von Künstlerinnen um 35 Prozent niedriger als jenes ihrer männlichen Kollegen. Was die Administration des Kulturbetriebs betrifft, sind die Teilzeitstellen zumeist von Frauen (oder Studenten) besetzt. Auch gehen hier noch weniger Männer in Karenz als in Wirtschaftsbetrieben. Die von meist männlichen Direktoren geführten Museumsbetriebe werden von Armeen weiblicher Hände am Laufen gehalten. Verdienen tun sie wenig. Nur redet niemand darüber. Doch das müssten sie, damit sich an ihren Positionen und Gehältern, wie vor 100 Jahren am Wahlrecht, etwas ändert.