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Auftakt zum Kampf um EU-Forschungsförderung

Von Heiner Boberski

Wissen

Österreich will im 7. Rahmenprogramm hohes Niveau halten. | Wien. Mehr als 54 Milliarden Euro sind von 2007 bis 2013 aus den Fördertöpfen für das 7. Forschungsrahmenprogramm der EU zu holen. Spätestens im Jänner 2007 werden dazu die ersten Ausschreibungen erfolgen. Eine Auftaktkampagne der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), die heute, Mittwoch, in Wien startet, soll heimische Unternehmen und Forschungseinrichtungen über das Programm informieren.


Die FFG-Geschäftsführer Henrietta Egerth und Klaus Pseiner nennen vier wichtige Ziele für Österreich:

o den Anteil der beteiligten Unternehmen, zuletzt 22 Prozent, deutlich steigern,

o das hohe Beteiligungsniveau der Universitäten, zuletzt 41 Prozent, halten,

o die Rückflüsse - zuletzt war Österreich mit 115 Prozent der eingezahlten rückholbaren Mittel Nettoempfänger - auf hohem Niveau sichern,

o das strategische Potential des 7. Rahmenprogramms optimal nutzen.

Laut Pseiner erweisen sich die Schwerpunktthemen des 7. Rahmenprogramms als "spiegelgleich mit den nationalen Formaten", es kristallisiere sich eine europäische Forschungsagenda heraus, die nationalen und internationalen Programme seien zunehmend aufeinander abgestimmt: "Mit dem 7. Rahmenprogramm wird der europäische Forschungsraum immer stärker Realität. Es geht nur gemeinsam und in engster Abstimmung."

Für FFG-Bereichsleiterin Sabine Herlitschka ist das neue Programm "das bisher strategischste der EU", was für sie bedeutet, dass jene Unternehmen und Organisationen am erfolgreichsten sein werden, die für sich selbst eine mittel- bis langfristige Strategie hätten. "Das EU-Programm hilft nicht, wenn man kurzfristig Geld für eine Projektidee haben will, da ist man besser bei den nationalen Förderprogrammen aufgehoben", meinte Herlitschka.

Für die heimischen Interessenten will die FFG "das Umfeld optimal gestalten". Bis Ende des Jahres finden in ganz Österreich 15 Informationsveranstaltungen zu einzelnen Themen des EU-Programms statt. Besondere Zielgruppen, etwa Klein- und Mittelbetriebe (KMU), sollen auch regional maßgeschneidert betreut werden. Einreicher sollen persönlich "gecoacht" werden, die schon existierende Anbahnungsfinanzierung (aus nationalen Mitteln) werde "noch userfreundlicher und flexibler", so Egerth. Zudem bietet die FFG Trainings in Form einer "FFG Akademie" und Tutorials ab Dezember, einen Newsletter und eine eigene Homepage:

http://www.ffg.at/rp7 .

Für diese Maßnahmen will die FFG jährlich vier Millionen Euro aufwenden. Die FFG wird zudem die Universitäten strategisch beraten und unterstützen und hat dazu ein Kooperationsabkommen mit der Österreichische Rektorenkonferenz geschlossen.

Die vier Eckpfeiler des 7. Rahmenprogramms sind die mit 32,4 Milliarden Euro dotierte länderübergreifende Kooperation in Form von Forschungsprojekten in zehn thematischen Gebieten, erstmals eine EU-Förderung der Grundlagenforschung durch den neuen Europäischen Forschungsrat (Ideen), die Förderung der Ausbildung und Mobilität von Forschern (Menschen) sowie die Förderung von Forschungsinfrastruktur sowie von KMU (Kapazitäten).