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Auftischen und abräumen

Von Francesco Campagner

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Das Siebziger-Jahre-Revival hat auch im TV seinen Niederschlag gefunden. Moderatoren sind plötzlich mutig geworden und ziehen wieder Garderobe in knalligen Orangetönen an. Auch im Programm selbst

kommt dieses · nein, ich sage bewusst nicht Paiper · Jahrzehnt erneut zum Vorschein.

Neben dem Wiederauferstehen der Quiz-Shows haben auch Kochsendungen den Weg zurück auf die Bildschirme gefunden. Die Fernsehköche sind wieder da, auch wenn sie sich meist als Hobby-Köche oder

verschämter als Küchen-Gourmets definieren. Im ORF ist dies ein bisschen anders, da darf bei "Frisch gekocht ist halb gewonnen" (wochentags, 13.15 Uhr, ORF 2) Alois Mattersberger als Profi neben

einem Kandidaten werken. Während Moderatorin Lizzy Engstler normalerweise mit den freiwilligen Löffelschwingern kaum Schwierigkeiten hat, da diese sogar mit eigenem Messersatz im Studio auftauchen,

sind Prominente schon problematischer.

Unvergessen ist der Auftritt einer Dame, die sich, um den Wiederbeginn ihrer Show zu promoten, ins Kochstudio wagte und am Reiben einer Zitronenschale scheiterte. Engstler führte sie geschickt

dampfplaudernd von der Kochstelle zum Stehtisch, während Mattersberger in Windeseile aus einer mittleren Gastro-Katastrophe ein zumindest optisch noch ansehnliches Gericht zauberte.

Solche heiteren Momente liefern die ambitionierten Hausköche nicht. Diese erstaunen das Publikum eher durch ungeahnte Fähigkeiten und pragmatische Koch-Philosophie. Da darf dann Engstler nur noch

abräumen.