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Aufzug ins Weltall

Von Christian Hoffmann / WZ Online

Wissen

Die Idee klingt nach Kinderbuch: Ein Aufzug, der bis ins Weltall reicht. Dieser Tage begann jedoch in Kalifornien ein Wettbewerb der NASA, bei dem hoch qualifizierte Techniker ihre Pläne zur Verwirklichung des Projekts vorstellen.


Im Jahr 1895 war zum ersten Mal die Rede davon. Konstantin Eduardovic Ziolkowski, ein russischer Mathematiker und Pionier der Raketentechnik, stellte bereits Überlegungen zur Errichtung eines ausreichend hohen Gebäudes an. Doch scheiterte die Verwirklichung solcher Ideen bislang daran, dass kein Material bekannt war, das über eine ausreichende Zugfestigkeit verfügt hätte. Ein halbes Jahrhundert später kam man auf die Idee, einen Satelliten als Aufhängungspunkt für ein entsprechend langes Kabel zu verwenden und damit den Schwerpunkt der Konstruktion ins All zu verlagern. Doch trotz dieser Verbesserung konnte bis zum Endes des Zwanzigsten Jahrhunderts kein bekanntes Material die Distanz von zumindest 35.786 Kilometern überbrücken.

Inzwischen hat sich die Situation grundlegend verändert, denn mit Kohlenstoffnanoröhren meint man bei der NASA, das Projekt ernsthaft in Anngriff nehmen zu können. Der Gedanke, mit einer solchen Vorrichtung Lasten sicher in die Erdumlaufbahn transportieren zu können, erscheint so verlockend, dass der "Space Elevator" Teil der "Centennial Challenges" geworden ist.

Am vergangenen Wochenende trafen nun zum ersten Mal die Teams aus den USA und Kanada zusammen, um Materialien vor das Kabel sowie Steigevorrichtungen testen zu können. Dieses Treffen in Mountain View bei San Fransisco war sozusagen ein Trainingslauf. Es diente der Vorbereitung des eigentlichen "full-formula" Wettbewerbs im Laufe des nächsten Jahres. Das Programm zielt darauf ab, bis zum Jahr 2010 ein realisierbares Endprodukt vorweisen zu können. Bis dahin muss sich die Menschheit noch mit vergleichsweise altmodischen Raketen zufrieden geben.

Der WettbewerbSpace ElevatorNASA Centennial Challenges